Da wir von der tollen Gastgeberin des grosszügigen Apartments das Angebot bekamen, auch erst um 14:00 Uhr auszuchecken, nahmen wir dieses Angebot gerne an. Wir schliefen gemütlich aus, kochten noch Resten zum Mittagessen, packten all unsere Sachen zusammen und schmiedeten Pläne. Wie wäre es, wenn wir nach dem Check-Out noch gemütlich in ein Kaffee in der Nachbarschaft ein wenig Blog schreiben gehen und der Hitze der Stadt noch etwas enfliehen könnten? Und anschliessend schön runtergekühlt (ein bisschen zu sehr wie wir später zu spüren bekamen 🤧) unseren Masterplan durchführen. Wir wollten nämlich um der starken Hitze und dem Verkehr zu entkommen, die Stadtausfahrt so weit wie möglich mit der Metro bewältigen. Mit dieser tollen Idee im Kopf verschoben wir uns zur Metro, konnten ein wirklich günstiges Ticket kaufen und warteten auf dem Perron für die passende Metro um einzusteigen. Dies stellte sich leider schwieriger als gedacht heraus, denn obwohl mehrer Linien bis zu dieser Endstation fahren, waren alle bereits gestossen voll… Na gut, warten wir einfach bis eine weniger gestopfte Bahn eintrifft. Fast schon 1 Stunde ist verstrichen, bis wir uns endlich eine machbare Metro schnappen konnten und versuchten uns den markierten Fahrradplatz zu sichern. Durch die verstrichene Wartestunde kamen wir immer mehr in den Feierabendverkehr, was wir deutlich zu spüren bekamen. Als bei einigen Stationen weiter erneut eine Person mit Fahrrad zusteigen wollte, hat es einer Mitpassantin die Tassen im Schrank durchgerüttelt. Sie beschimpfte den noch aussen stehenden Velofahrer und mit einem Seitenblick dann auch uns so arg, dass es für eine Sekunde mucksmäuschenstill wurde in der ganzen Metro. Obwohl alles auf portugisisch war und wir kein Wort verstanden haben, konnten wir an der plötzlich auftretenden Stille erahnen, dass es sehr bös gewählte Worte waren. Ein junger Fahrgast neben uns meinte dann so zu uns: „You don‘t understand portugese right?“, was wir natürlich verneinten und er meinte mit einem verständnisvollem Blick, es sei auch besser so. ;) Wir fühlten uns in dieser misslichen Lage sichtlich unwohl, sodass dieser nette junge Student einfach umso mehr fröhlich und interessiert mit uns Quatschte über unsere Reise und das Leben hier in Porto. Nach dem er sich von uns verabschiedete, wurde glücklicherweise auch von Station zu Station die Metro etwas leerer und wir konnten die restlichen Minuten der fast einstündigen Fahrt doch noch etwas geniessen. Bei der Endstation der Linie angekommen konnten wir in aller Ruhe die Velos ausladen und brauchten erstmals einen Beruhigungssnack aus dem Supermarkt.
Nach dem wir uns wieder etwas erholt hatten von dieser leider doch nicht so gemütlichen Stadtausfahrt, machten wir uns auf den Weg zu einem verabredeten Ort. Wir hatten es nämlich im Vorfeld geschafft, eine lokale Pfadi per Whatsapp zu kontaktieren und dürfen nun bei ihnen auf dem Lagerplatz rund ums Pfadiheim übernachten. Es sei zwar niemand da, aber wir dürfen einfach unser Zelt unter den Pinienbäumen aufschlagen. Ganz zu unserem Erstaunen erblickten wir bei unserer Ankunft eine ganze Horde Pfadfinder, welche inmitten ihres Sommerlager steckten. Obwohl der eine gar nicht vom Staff war, nahm er uns sehr herzlich auf, zeigte uns alles und war bemüht, dass wir nochmals die zuständige Person des Staffs ans Telefon bekamen. Wir waren ganz verzaubert von diesen tollen Menschen und dem Pfadilagerfeeling, welches auch international einfach genau das gleiche ist! Wir stellten unser Zelt in einem ungenutzten Ecken auf und freuten uns schon auf die eine oder andere Plauderrunde mit verschiedenen Pfadis, sei es Leitende oder Teilnehmer.
Obwohl wir wirklich müde waren, war der Schlaf nicht der Beste aus 2 Gründen. 1. war da der Spanien Match, welche die Lagerteilnehmenden gemeinsam von Mitternacht bis um ca. zwei Uhr schauten und lautstark die Goale feierten. 2. Wir haben unsere Wecker auf kurz vor 04:00 Uhr gestellt, um der Schweizer Nati live die Daumen zu drücken. (Wegen der 1- Stunde Zeitverschiebung noch etwas schmerzhafter). Dementsprechend müde machten wir uns trotzdem früh morgens wieder auf den Weg, da die Temperaturen sonst unerträglich wurden. Wir fuhren eine schöne Strecke am Meer entlang, grüssten schon den ein oder anderen Pilgernden und freuten uns darauf, in der nächsten Stadt zuerst ein Powernap zu machen im Stadtpark. Wir waren unglaublich müde durch den Schlafentzug und die Hitze, dass uns ein kurzes Schläfchen gar nicht schwer fiel. Um danach wieder in die Gänge zu kommen, durfte eine kurze Abkühlung im Fluss neben an nicht fehlen.
Die Stadt namens Viano do Castelo gefiel uns sehr gut, sie hatte viel Charme mit den Gebäuden und Plätzen. Und natürlich auf dem Hügel die spektakuläre Kirche. Den Besuch da nach oben liessen wir bei dieser Hitze doch lieber sein und sparen ihn gerne für einen weiteren Besuch dieses schönen Ortes auf. Nach einer Stärkung im Kaffe mit Cortado und einer sehr leckeren Schokoladenschnauserei machten wir uns auf den Weg aus der Stadt hinaus. Lange fuhren wir aber nicht, denn diesmal hatten wir fürs Znacht eine lohnenswerte Dönerbude herausgesucht, die überraschenderweise quasi in einem Wohnhaus in und etwas vor der Garage ihren Laden betreibt. Der Döner schmeckte super und so war die Mission Abendessen für diesen Tag ausnahmsweise auch schon abgehackt. Jetzt war nur noch eine Zeltplatzsuche die letzte Aufgabe für den Abend.
Für unseren tatsächlich letzten Abend in Portugal waren wir besonders bemüht ein lohnenswertes Plätzchen zu finden. Und wir wurden fündig, direkt am Meer etwas versteckt hinter Büschen. Wir genossen die wundervolle Abendstimmung am Strand und schlüpften schon bald ins Zelt.
Am nächsten Morgen gings für uns früh aus den Federn, denn wir wussten es warten noch einige Kilometer vor uns bis wir an der Grenze eine kurze Fähre für die Flussüberquerung nehmen möchten, die zu bestimmten Zeiten fährt. Fähre ist vielleicht etwas übertrieben, denn eigentlich stand im Internet etwas von Fähre ausser Betrieb, die Alternative sei ein Taxiboot. Wir waren auf dem ganzen Abschnitt dahin schon gespannt, was für ein Gefährt uns da wohl erwarten wird. Über einen langen Holzsteg inklusive Dünenüberquerung kamen wir am besagten Ablegeort dieser speziellen Grenzflussüberquerung an. Wir konnten tatsächlich ein Ticket für uns und die beiden Velos lösen und warteten mit zwei weiteren Velotouristen auf das Boot. Als da dann wirklich pünktlich ein kleines Boot daher gefahren kam, schmunzelten wir 4 Passagiere und waren gespannt, wie nun alles auf dieses eine Boot bepackt wird. Der anpackende Bootskapitän fackelte nicht lange und fing tatkräftig an eins ums andere Velo ins Boot zu hiefen. Dabei waren wir uns alle 4 noch nicht sicher, wie sicher und gut diese Velos nun da im Boot verstaut werden. Doch unser Kapitän nahm dies ganz gelassen und unkompliziert, sodass wir mit Schwimmwesten ausgestattet und ohne Velo oder Mann über Bord das spanische Festland erreichten. Innerlich waren wir wohl alle erleichtert, als wir wieder Boden unter den Füssen hatten. So eine abenteuerliche Flussüberquerung hatten wir jetzt doch noch nie! Nun hiess es einmal mehr „Bienvenido a españa!“

















































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