Kurz nach der abenteuerlichen Grenzüberfahrt entschieden wir uns dazu, an einem schönen Plätzchen, nahe der Flussmündung zum Meer, eine Mittagspause einzulegen. Kaum in Spanien angekommen fühlten wir uns schon wieder pudelwohl und kamen irgendwie (gefühlt mehr als in Portugal) direkt wieder mit vielen Leuten ins Gespräch. Sei es die ältere Frauengruppe, die netten Bootskumpanen oder eine junge Familie, die den Nachmittag am Strand verbrachte. Man fühlt sich in diesem Land irgendwie einfach Willkommen! :)
Nach einem Schwumm im wirklich eiskalten Fluss erreichten wir schon bald die spezielle Fischerstadt "A Guarda" in der erst mal Einkäufe getätigt und Gelati genossen wurde. Später am Abend schlossen wir eher zufällig zu unseren alten Reisegefährten Manuel und Jasna auf, mit welchen wir schon vor Lissabon einige schöne Tage verbracht hatten. Die letzten Tage waren schon fast ein kleines Katz und Maus Spiel. Mal waren wir vorne, mal waren sie wieder vorne. Jetzt hatte es aber endlich doch noch geklappt mit einem erneuten Treffen und wir verbrachten einen wunderbaren Abend zusammen auf einem coolen Platz direkt am Meer. Diesen haben wir Manuel zu verdanken, der mit seinem 1A Portugiesisch den Inhaber eines kleines Grundstückes für uns gewinnen konnte. Wir durften nämlich nach kurzem Nachfragen einfach so auf seiner Wiese, inmitten im Dorf übernachten. (Inkl. Outdoor Dusche wohlbemerkt!)
Den morgigen Tag nahmen wir früh in Angriff damit wir noch vor der Hitze in der Stadt Vigo ankommen. Von dort werden sich nämlich unsere Wege bereits wieder trennen, weil wir zwischen "Vigo" und "Santiago de Compostela" den Zug nehmen wollen um etwas Zeit zu sparen. Die Strasse führte uns vorbei an wunderschönen Küstenregionen welche uns manchmal schon fast etwas an die Schweizer Seen erinnerten. Je weiter wir in Richtung Vigo kamen, desto besiedelter wurde das Gebiet und wir waren froh als wir endlich am Bahnhof ankamen. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause mit Manuel und Jasna verabschiedeten wir uns also schon wieder von ihnen und begaben uns in den angenehm kühlen Zug nach Santiago. Dort angekommen machten wir nicht mehr viel mehr ausser eine Unterkunft buchen und relaxen. Diese hatten wir auch aufgrund der heutigen Hitze bitternötig und wir waren auch über ein eher schlecht als rechtes Kellerzimmer gerade sehr froh.
Am nächstem Tag sassen wir erst mal in ein gemütliches Kaffee und schrieben ein paar Blogs nach, bevor wir uns dem geschäftigen Pilgertreiben in Santiago hingaben. Etwas zu viel ist es ja schon wie wir finden, aber einen Besuch wert ist die Stadt allemal. Wir stellten uns vor wie ruhig es hier wohl wäre ohne die ganzen Pilgerer, denn es ist eigentlich echt schön! ;) Am schon fortgeschrittenen Nachmittag machten wir uns dann auf in das hügelige Gelände Nordspaniens und fuhren ein paar Stunden zu einem kleinen Dorf. Dort fragten wir ein süsses älteres Bauernpaar ob wir auf ihrem Feld übernachten dürften. Als das härzige Grosi schliesslich unseren Sticker auf ihren knallroten Traktor klebte, wussten wir das wir willkommen waren. Kaum das Zelt aufgestellt, machten wir uns auf zur nahegelegene Kneipe um die zweite Hälfte des Achtelfinales Spanien - Portugal zu schauen. Schön diese Stimmung hier und fein die Burger! :)
Auch am nächsten Tag folgten wir dem gut besuchtem Pilgerweg bis in das Dorf Arzua. Wir genossen die vielen Wälder und Felder mit all den kleinen Bauernhöfen. Solch grüne Landschaften hatten wir schon lange nicht mehr und wir genossen es sehr.
Im Dorf angekommen checkten wir für zwei Nächte im Camping ein, denn Martina hatte am kommenden Tag ihren dreissigs... Ääh 29sten Gebori! Wir verbrachten einen gemütlichen Geboripausentag mit allem was dazugehört. Brunch, Kaffee, Spiele und ein wunderfeines lokales Plättli. Am Abend durfte ein Fuego mit Schoggibanane natürlich nicht fehlen! Schön wars! :)
Die nächsten drei Tage und Nächte führte uns der Weg am Camino del Norte entlang in Richtung Nordküste. Wir fuhren durch schöne Feld- und Waldwege und bewunderten die landwirtschaftliche Gegend. Auffallend sind dabei die typisch galicischen Speicher für die wir immer gerne kurz anhielten um sie zu begutachten. Abgesehen von den Eukalyptus Wäldern erinnerte uns die Landschaft oftmals an die Schweiz und wir fühlten uns pudelwohl! Auch die Temperaturen waren sehr angenehm und ab und zu bescherte uns Petrus sogar eine kleine Abkühlung. Wir fuhren durch schöne Dörfer und kleine Städte wie z.B. Mondoñedo in der wir eine kurze aber schöne Bekanntschaft mit einer Künstlerin beim zeichnen eines Wandbildes machten. Diese spontanen und herzlichen Begegnungen sind manchmal so schnell vorbei wie sie kommen, aber sie sind wunderschön. Wir sind ehrlich gesagt schon ein betzli Fans von den Spanier*innen mit ihrer interessierten und liebevollen Art geworden! Wir befinden uns auf einer Pilgerroute die schon eher ein bisschen überloffen ist und man könnte sich denken das die Einheimischen langsam genug von all den Durchreisenden haben. Dies hatten wir aber kein einziges mal gespürt, im Gegenteil!
Von den drei Nächten bleibt uns wohl die dritte, an der wir etwas neben einem Naturpool übernachteten, am meisten im Kopf. Wir stellten unser Zelt geschickt unter das schützende Dach eines Piknickplatzes, denn für die Nacht waren heftige Gewitter angesagt. Während es um drei Uhr Nachts also Blitzte und Donnerte was das Zeug hält, schauten wir und währenddessen den Match Schweiz - Argentinien an. Das Wetter passte auf jeden Fall zum Ausgang dieses Spieles...
Als am nächsten Morgen das Wetter wieder besser wurde konnten wir uns einen Sprung ins schöne Naturpool natürlich nicht nehmen lassen. So waren wir trotz etwas Schlafmangel nämlich wieder fit für den kommenden Tag.
Noch ein paar letzte Hügel bevor wir wieder das offene Meer vor uns hatten. Wir entschieden uns für die kommende Nacht aufgrund eines erneuten Unwetters für einen tollen Campingplatz. Wir verbrachten den verregneten Abend im Campingeigenen Kaffee beim Spiele machen und Blog schreiben. Bevor wir am nächsten Morgen unsere Route entlang der Küste fortsetzten war erst mal noch Handwäsche angesagt. Wie man übrigens die Unterhosen während der Fahrt am besten trocken kriegt, seht ihr bei Mattias effizienter Helmtechnik. Unglaublich!
Als wir am Nachmittag nahe eines Leuchtturmes Rast einlegten, trafen wir auf eine reisende Velofamilie aus Frankreich. Die sympathischen Eltern reisten zusammen mit ihren drei Kindern im Alter von 3, 7 und 9 Jahren durch Nordspanien und wir sollten ihnen nicht zum letzten mal begegnen! :)
Am Abend schauten wir uns die Stadt Ribadeo noch etwas genauer an und machten uns danach über die Brücke auf in Richtung Asturien.







































































































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