Weil wir noch einige organisatorische Dinge zu erledigen hatten, gingen wir wiedermal erst spät los aus der Stadt. So machten wir uns erst gegen 17:30 Uhr auf den Weg, dem Ufer entlang in Richtung Westen. Auf dem Weg kamen wir an der imposanten Brücke vorbei und begutachteten den bekannten „Torre de Belem“ bevor wir merkten, dass wir eigentlich heute gar nicht so gute Aussichten auf einen Zeltplatz haben. Weil alles so besiedelt war, entschieden wir uns also dazu die Nacht in einem preisgünstigen Hostel zu verbringen. Gleich neben dem Hostel fand wiedereinmal ein Volksfest statt, welchem wir natürlich einen Besuch abstatten mussten. Begleitet von Brassmusik und viel Wind, probierten wir uns durch die hausgebackenen Leckereien und die saftig gebrutzelten Fleischspeisen.
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt durch die härzigen Quartiere fort. Bevor wir uns an der Küste wieder dem heftigem Gegenwind stellen mussten, schauten wir uns das süsse Örtchen Cascais etwas genauer an und bestaunten die geschmückten Herrenhäuser. Das eigentliche Ziel für den heutigen Tag war aber das „Cabo da Roca“, welches der westlichste Punkt des europäischen Festlandes ist. Um diesen zu erreichen mussten wir aber noch einige schweisstreibende Höhenmeter zurücklegen. Dort angekommen fühlte es sich etwas an wie auf dem Gipfel eines Berges, so schnell zogen die Wolken an uns vorbei. Auch die Temperatur fühlte sich gleich etwas an wie im Kühlschrank. Speziell diese Stimmung hier am Ende der Welt…
Nach einer Kaffeepause und einigen sehr steilen Anstiegen vorbei an hübschen Örtchen und Windmühlen, fanden wir einen wunderbaren Schlafplatz am Rande eines kleinen Waldes an dem wir uns sehr wohl fühlten und uns nach diesem strengen Tag erschöpft in den Schlafsack kuschelten.
Der nächste Tag begann mit feinen „Pastei de Nata“ und Kaffee im nahe gelegenen Ort bevor wir weiter der Küste in Richtung Norden fuhren. Die Stimmung an der Küste war sehr mystisch, weil der für uns spezielle Seenebel an den Felsen hing und uns immer wieder an das wechselhafte Wetter in den Bergen erinnerte. Wir durchquerten einige schöne Örtchen wie z.B. Ericeira welches uns mit den detailverliebten Gebäuden verzauberte. Nach einigen hartnäckigen Kilometern im Gegenwind waren wir froh als wir endlich in Richtung Inland abbiegen, denn für heute waren wir bei einer alter Reisebekanntschaft eingeladen. Oder bei seiner Schwester zumindest, denn Sebastião den wir in Italien getroffen hatten war selbst auch immer noch auf Radreise. Er hat uns aber damals schon gesagt, dass wir uns unbedingt melden sollen wenn wir in seinem Ort vorbeifahren. So kommt es, dass uns seine ältere Schwester in einem kleinen Bauernkaff ein paar Kilometer im Inland herzlich in Empfang nimmt und uns Sebastiãos Wohnung zeigt in der wir für zwei Nächte bleiben dürfen.
Am Abend nimmt sie uns etwas neben dem Dorf zu einem Hof mit, auf dem ein Konzert stattfindet. Hier haben sich einige deutsche Auswanderer ein Grundstück gekauft und sich seit vier Jahren niedergelassen. Inzwischen wohnen einige Leute hier und bauen zusammen den Hof wieder auf um ihn später als Coworking Space zu vermieten. Ein grosses, interessantes Projekt von welchem es einige in Portugal (dem Auswandererland schlechthin) gibt.
Am nächsten Tag hilft Mattia bei einem von Marias unzähligen Kunstprojekten und Martina entfernt im Garten eifrig Unkraut. Immer wieder schön eine solche Abwechslung zum Radfahreralltag zu haben. Nach gemütlichen Stunden der Erholung, kochten wir am Abend Röschti und Fleisch für Maria und ihren Freund und probierten den selbstgemachten Wein von Maria. Obwohl wir die Zeit mit Maria und ihren Vierbeinern sehr genossen, entschieden wir uns am nächsten Tag dazu weiterzufahren. Wir merken, dass wir langsam im Endspurt der Reise sind und es uns nach Hause ins schöne Luzern zieht… ;)


































































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