Weiter gings, nach einem erholsamen Pausentag, in Richtung Norden. Bevor wir wieder die angenehme Küstenbrise geniessen konnten, mussten wir uns aber einige Kilometer durch das heiss-feuchte Inland quälen. An der Küste angekommen fanden wir per Zufall eine lang ersehnte Minigolfbahn und konnten der Versuchung nicht wiederstehen. Nach einem spannenden Duell gewann Martina dann doch überlegen, was aber vorallem am Wind und den schiefen Bahnen lag. ;)
Wir fuhren danach weiter bis in den vorallem für Surfer bekannte Ort Peniche, wo wir uns erst mal einen Schwumm im kalten Atlantik und eine Pizza gönnten, bevor wir uns an einen eher ungewöhnlichen Schlafplatz begaben. Direkt neben der Stadt befand sich nämlich eine kleine Halbinsel mit einer Ruine, hinter welcher wir unser Zelt gekonnt versteckten und die Abendstimmung genossen.
Am Morgen ging es früh aus den Federn und wir schauten uns etwas in Peniche um. In Erinnerung blieb da vorallem die mächtige Festung und ein Fischmarkt der seinesgleichen sucht. Der kommende Weg führte uns vorbei an bekannten Surfstränden, wunderschöner Natur und ab und an einem Golfplatz mit sehr luxuriösen Ferienkomplexen.
Nachdem wir eine schöne Lagune umrundeten, kamen wir am frühen Nachmittag in der Mittelalterstadt Óbidos an. Die mächtige Burg und die süssen Gassen verzauberten uns. Unser persönliches Highlight war aber einmal mehr das beobachten der unzähligen Touristen. Unsere Fahrräder wurden dabei zu beliebten Fotosujets! ;)
Nach einigen Stunden in der Stadt fuhren wir der Lagune entlang wieder in Richtung Meer, wo uns ein sehr schöner Küstenabschnitt erwartete. Wie so oft gefallen uns die steilen Felsküsten, kombiniert mit einem Sandstrand extrem gut. Nach einem weiteren Anstieg erreichten wir unser Tagesziel pünktlich zum Spiel der Schweiz gegen Kanada und wir genossen dabei die wunderschöne Aussicht auf die wilden Klippen. Auch der Sonnenuntergang konnte sich an diesem etwas bewölkten Abend durchaus sehen lassen! ;)
Das Zmorge bei bester Aussicht wurde am nächsten Morgen ausgiebig genossen, bevor wir wieder in die Pedalen strampelten. An einem kleinen Küstenort ein paar Kilometer weiter trafen wir auf einen anderen Radreisenden im besten Alter mit dem wir sofort ins Gespräch kamen. Weil eine böse Gewitterfront auf uns zukam, beschlossen wir mit Klaus, dem 72 Jährigen Rentner aus Deutschland, in ein Kaffee zu gehen. Während er zwei grosse Bier trank, erzählte er uns Geschichten von seinem alten Beruf als Kartograph und all seinen Radreisen in Europa. Besonders beeindruckend fanden wir die Geschichte seiner Mutter, die nach dem Weltkrieg mit dem Velo (mit einem Gang) vom Allgäu über die Alpen nach Venedig fuhr.
Als sich das Wetter etwas beruhigt hatte verabschiedeten wir uns vom interessanten Geschichtenerzähler und fuhren an schönen Küstenabschnitten in Richtung Nazare. Dies schafften wir aber nicht ohne von ein paar Regenschauern komplett durchnässt zu werden. So liessen wir uns aber eine Dusche unter einer triefenden Regenrinne nicht nehmen! ;)
Der Küstenort Nazare ist vorallem bekannt für seine Monsterwellen, die man hier im Winter findet. Wegen einem 5000 Meter tiefen Graben im Meer, direkt vor der Küste, können hier 20 - 30 Meter hohe Wellen entstehen. Bei uns war aber das Wasser ziemlich ruhig und wir mussten uns die Wellen vorstellen. Eindrücklich war der Ort aber trotzdem, denn er ist spektakulär an einem Felsen gebaut. Um diesen zu überwinden nahmen wir es mit der Standseilbahn gemütlich ;)
Am Abend fanden wir dann einen Platz direkt an unserem Weg, etwas versteckt zwischen den Bäumen.
Die Route am nächsten Tag führte uns erst mal durch Wälder die im Winter von starken Unwetter getroffen worden waren. Der Wind war so stark, dass die Bäume nicht entwurzelt wurden sonder wie Streichhölzer einfach in der Mitte durchbrachen. Eindrücklich zu sehen. Sonst war dieser wie auch der nächste Tag relativ unspektakulär. Wir fuhren für unsere Verhältnisse sehr viel und beobachteten schöne Strände, Klippen und Leuchttürme. Etwas vorwärts zu kommen Tat uns in diesem Moment sehr gut.
Am nächsten Morgen kamen wir dann im Küstenort „Costa Nova do Prado“ an, welcher sich stark von allen bisher durchfahrenen Orten in Portugal unterscheidete. Die Häuser im alten Fischerort sehen mit ihren bunten Farben eher schon fast skandinavisch aus. Die Fischer aus alten Zeiten malten sie so bunt an damit man sie auch bei Nebel gut erkennen konnte. Leider ist dieser einst von Fischern belebte Ort nur noch touristisch genutzt und dient heute eher als Instagram Highlight.
Um so schöner waren die Schiffe die wir in der Lagune entdeckten. Die traditionellen Fischerboote, die zum Teil auch heute noch so genutzt werden, vielen uns direkt ins Auge und wir besuchten spontan auch ein Museum über diese schönen Wassergefährte.
Weniger schön als die süssen Schiffe war jedoch der starke Gegendwind und der etwas schnell gewählte Schlafplatz. Dieser war wohl einer der schlechtesten der ganzen Reise. Unzählige Krabbeltiere inkl. Zecken und ein sehr hügeliger Boden bescherte uns nicht den besten Schlaf. Aufgrund des Windes waren wir einfach zu fertig um noch viel Energie in die Schlafplatzsuche zu stecken. Um so glücklicher waren wir darüber, dass wir morgen in Porto ankommen werden und eine gemütliche Unterkunft auf uns wartet.








































































































































































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