Bei den Warmshowers hatten wir 3 wunderbar ruhige Tage verbracht, welche wir richtig genossen. Wir plauderten viel mit den beiden sympathischen Volunteers Anaïs und Sam, machten einen Ausflug an den Strand von Luz , kuschelten mit den süssen 4 Hunden und erfreuten uns ab allen anderen Tieren auf dem Platz. Ausser an den 3 Hähnen, die waren besonders eifrig mit ihrem Gejodel am frühen Morgen! ;)
Nebst dem Ausruhen machten wir uns auch noch an die Aufgabe, das eine Gartenbeet von seinen tiefen Wurzeln und Unkraut zu befreien. So eine sinnvolle Arbeit zu erledigen wie „Jäten“ war mal wieder super! Ganz stolz betrachteten wir das gutaussehende Endresultat.
Am Tag unserer Weiterfahrt hatten wir beide gar nicht so grosse Lust viele Kilometer zu fahren und nahmen es deswegen gemütlich. Erster Zwischenhalt war ein Velokaffe im Nachbarsdorf, wo wir eine längere Pause einlegten. Nach der Pause kamen wir auch nicht allzuweit, denn wir hatten einen unterhaltsamen Schwatz mit 4 Radreisenden aus St. Gallen. Nach dem witzigen Gespräch entschieden wir uns weiterzufahren und den nächstbesten Wildzelt-Spot zu suchen. Und wir wurden fündig, direkt neben der Euroveloroute etwas versteckt hinter einem Olivenbaum.
Die Nacht was super ruhig (diesmal ohne euphorischen Hahn aus nächster Nähe) und wir starteten mit neuer Energie in den Tag. Wir erwischten tolle Überlandwege mit wenig Verkehr und tollen Aussichten auf die beeindruckende Küstenlandschaft. Ein Zwischenstopp bei einer Burgruine, einem kleinen Ort mit Strand und einer Büsi-Streicheleinheit durfte natürlich nicht fehlen.Das grosse Tagesziel war heute Sagres, wo wir uns Zeit nahmen die imposanten Klippen zu erkunden und bis an den südwestlichsten Punkt von Europa ans Kap rauszufahren. War schon speziell an einem Ort zu stehen, wo die mutige Seefahrer-, und Entdeckerschaft eins ins gefährliche Unbekannte rausfuhren. Dort fegte uns der Wind um die Ohren und leider hatte die Imbissbude mit der bekannten letzten Bratwurst vor Amerika schon geschlossen.
Na dann nichts wie los einen windgeschützten Zeltplatz zu finden und dort unser Znacht zu kochen. Das musste aber noch ordentlich verdient sein, denn bis wir den herausgesuchten Waldabschnitt erreichten, machte uns starker Gegenwind das Leben schwer. Müde und hungrig fanden wir versteckt einen Platz in einer Hecke und freuten uns auf eine erholsame Nacht.
Am nächsten Vormittag gings weiter auf vielen idylischen Landwegen bis hin zu einem empfohlenen Aussichtspunkt. Und der war der etwas anstrengende Zufahrtsweg allemahl wert. Was für eine atemberaubende Aussicht auf die schwarzen Steilküsten mit dem Sandstrand unten dran und den tosenden Wellen! Wir konnten fast gar nicht genug bekommen von dieser Aussicht. Doch der Mittagshunger rufte allmälich und wir machten uns auf den Weg vorbei an vielen Schafen und Ziegen bis zum nächsten Lidl. Da entdeckten wir ein weiteres, sehr cooles Reiserad stehen. Wer wohl der Besitzer davon ist? Es ging nicht lange und wir machten Bekanntschaft mit Arsene aus Frankreich. Wir beschlossen spontan eine Strecke zusammen zu fahren und beim nächsten Strand einen Halt zu machen. Anschliessend trennten sich unsere Wege wieder und wir suchten uns einen versteckten Wildzeltplatz hinter einer Düne in den Büschen. Um dies möglichst unauffälig zu machen, schauten wir mit den Anwesenden den Sonnenuntergang und wagten uns erst wieder zurück ins Schlaflager, als die Sonne untergegangen war und alle Menschen nach Hause gefahren sind.
Nach einer ruhigen Nacht genossen wir am Morgen die tolle Panoramafahrt entlang der Küste bis hin zum nächstgrösseren Ort Bordeira mit seiner wundervollen Dünenlandschaft.
Nach einer Stärkung im Dorf wagten wir uns an den Anstieg der es echt in sich hatte. Doch die Anstrengung lohnte sich, wir wurden mit einem wunderbaren Weitblick belohnt. Über Stock und Stein führte uns der Weg, immer mal wieder durch einen intensiv riechenden Eukalyptuswald. Gegen Nachmittag erreichten wir den Ort Aljezur mit seiner interessanten maurischen Vergangenheit. Der Abstecher auf die hochgelegene Burg war mit einem fast sich senkrecht anfühlenden Anstieg verbunden, der uns die Schweissperlen nur so laufen liess. Von der Burg aus konnte man sich das ehemalige Flussbett, welches den Altstadthügel umschlängelte, richtig gut vorstellen. Der damals riesige und wichtige Fluss, der den Ort zu einem bedeutenden Hafenstadt machte, ist heute ein kleiner und ruhiger Fluss. Nach der Besichtigung der verwinkelten Gassen der Altstadt und einer späten Mittagspause im Intermarche, folgten wir dem Fluss bis zur Meeresmündung. Der Strand dort war so verlockend, dass wir entschieden ihn auch noch zu erkunden. Aufgrund der Ebbe und Flut war eine Sandbank ersichtlich, die für einen erfrischenden Spaziergang perfekt war. Ein tolles Naturschauspiel den immer grösser werdenden Wellen zuzuschauen. Anschliessend ging es für uns weiter mit der Beklimmung eines letzten Hügels mit toller Abendstimmung. Für den Wildzeltplatz mussten wir uns heute etwas ungewöhnlich verstecken. Direkt hinter einem Busch am Anfang eines hohen Grasfeldes. Ihr könnt euch vorstellen wie es uns ein bisschen überall gekratzt und gebissen hat.
Am nächsten Morgen ging die Route weiter entlang der Küste, wo wir immer mal wieder auch Teile auf den für die Region bekannten Fishermens Trail fuhren. Am nächst grösseren Strand in Odeceixe wartete voller Vorfreude eine kostenlose öffentliche Dusche auf uns, die wir trotz nur kaltem Wasser sehr genossen. Wir schauten noch etwas den Surfern und den schönen Wellen zu, und überlegten uns, ob wir wohl auch Mal die Gelegenheit haben, uns auf dem Surfbrett auszutoben. Doch diesmal scheint es noch nicht zu klappen, denn die Surfbrettvermietung am Strand wirkt geschlossen. So sattelten wir uns wieder und als wir kurz danach um die Ecke bogen, entdeckten wir einen geöffneten, sympathisch aussehenden Surfverleih. Der Vermieter war supercool und liess uns noch bei ihm auf dem Areal zuerst picknicken und wir konnten die Velos verstauen. Nun raus aus den Velohosen und rein in den Neoprenanzug. Mit dem Surfbrett unter dem Arm zottelten wir los hinunter an den Strand. Die Wellen schienen perfekt zu sein, so wagten wir uns nach einiger Zeit auch ein wenig in die grösseren. Huch ist das streng, aber es macht auch wirklich Spass! Sichtlich stolz waren wir auf jedes Mal, wo wir kurz aufstehen konnten. Nach etwas mehr als 2h waren wir dann aber auch total durch und machten uns auf den Rückweg. Bei einer Lokalempfehlung des coolen Vermieters schnausen wir noch einen leckeren Fitnessteller. Bei der anschliessenden Weiterfahrt machten sich unsere schlappen Arme schon ein wenig bemerkbar, aber wir entdeckten nicht allzu weit weg einen vielversprechenden Wald und schlugen da unser Zeltlager auf. Wir genossen es wieder mal so richtig inmitten des Waldes zu sein und der tollen Geräuschkulisse zu lauschen.
Für den nächsten Tag hatten wir einen Campingplatz im Örtchen Vila Nova de Milfontes angepeilt. Der Weg dahin führte uns ganz zum Erstaunen an einer Farm mit Zebras und Straussen vorbei, bis wir wieder entlang der Küste fuhren. Am Küstenweg entdeckten wir spontan im Schatten ein kuschelbedürftiges Büsi, da konnte Martina natürlich nicht wiederstehen. Nach der Kuschelpause ging der Weg vorbei an einem Leuchtturm, bis wir in Milfontes auf dem Camping einfuhren. Dort erwartete die uns bisher modernste Dusche der Reise, richtig unerwartet schön für einen Camping.
Nach einer angenehmen Nacht fuhren wir am nächsten Morgen bei Zeiten los. Nicht allzulange fuhren wir zu zweit, denn schon bald folgte uns ein Strassenhund auf Schritt und Tritt. Er war unglaublich scheu, wollte aber trotzdem mitkommen und dies auch bei hohem Fahrtempo. Kurz vor einer befahrenen Strasse mussten wir uns etwas einfallen lassen um ihn quasi abzuhängen, das improvisiert bereitgestellte Wasser liess ihn nur kurz ablenken. Als er auf der anderen Seite der Strasse einen Anwohner entdeckte, rannte er kurzerhand zu ihm und wir nutzten die Gelegenheit mit viel Tempo davon zu fahren. Wir hatten Glück, er blieb dort und folgte uns nicht weiter auf der befahrenen Strasse. Den letzten Abschnitt nach Sines folgte kurz noch am Meer und für den Schlussspurt noch auf der Hauptstrasse. In Sines angekommen merkten wir schon rasch, dass hier wieder einmal mehr etwas für ein Fest aufgebaut wird. Als wir nach einem Gelateriabesuch mit einer tollen Mitarbeiterin noch mehr Lust auf das Besuchen des Festes bekamen, checkten wir spontan in dem direkt daneben gelegenen Hostel ein. Ein sehr kleines, aber süsses Hostelzimmer mit 4 Betten erwischten wir. Nach der Dusche und dem Einpuffen mischten wir uns unter die Menschen und kamen in den Genuss einer tollen traditionellen Strassenmusik und einem leckeren Bifana. (Eine Art rundes Schnitzelbrot mit einem Schweinskotlett drin) Die restlichen musikalischen Darbietungen hauten uns nicht aus den Socken, aber den portugiesen beim eifrigen Tanzen zuzusehen und die gemütliche Stimmung aufzusaugen war doch schön. Müde fielen wir an diesem Abend ins Kajütenbett und erfreuten uns daran, dass wir keine weiteren Zimmernachbarn bekamen.
Am nächsten Tag nach dem Ausschlafen verabredeten wir uns gegen Mittag mit einem weiteren Radreisepäärchen, mit dem wir schon seit einiger Zeit in Kontakt waren. Nun hat es endlich geklappt und wir freuten uns auf das Treffen. Wir verstanden uns sofort und freuten uns auf die bevorstehenden gemeinsamen Tage bis nach Lissabon. Wir fanden gemütliche Wildcampingplätze, genossen das gemeinsame Geschichten erzählen und bestaunten zusammen die schönen Landschaftsabschnitte. Auch eine Kaffeepause mit Spielen und Plaudern durfte neben dem Erklimmen der hügeligen Region nicht fehlen. Die abwechslungsreiche Route führte uns vorbei an einer Gewässerüberquerung mit der Fähre, einem tollen Leuchtturm und einem gemütlichen Camping mit Sonnenuntergangsstimmung.
Als wir uns vor Lissabon auf die Fähre für den Übergang in die Stadt machten, freuten wir uns alle 4 auf die Tage in Lissabon mit einem richtigen Bett, Ausschlafen und ein bisschen Sightseeing. Cool wars mit euch unterwegs zu sein liebe Jasna und Manuel. :)

















































































































































































































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