Zu unserem grossen Glück konnten wir in Sevilla schon um ca 13.00 Uhr in unserer Unterkunft einchecken. Klimaanlage einschalten und erst mal vier Stunden Nachmittagsnickerchen war also angesagt, denn unsere Energiereserven wurden die letzten Tage so ziemlich leergesaugt. Abgesehen von Wäsche waschen und einem kleinen Abstecher zum "100 Montaditos" (spanisches Fastfood - Tapas Restaurant), unternahmen wir an diesem Tag dann auch nichts mehr.
Am nächsten Tag machten wir uns nach einem ausgiebigen Zmorge auf eine kleine Stadttour mit unseren Drahteseln. Immer wieder schlossen wir uns für eine kurze Zeit den unzähligen Touristengruppen auf ihren Fahrradtouren an und versuchten nicht aufzufallen. Dies funktionierte aber nur so mässig.. ;) Wir besuchten einen schönen Turm am Flussufer und wagten uns bei einer Fahrt durch den Park in die Touristenmengen auf dem "Plaza de Espana", einer der Hauptattraktionen der Stadt. Das imposante Gebäude, welches den grossen Platz umhüllt, wurde für die iberoamerikanische Ausstellung im Jahre 1929 gebaut und wir fanden Spass daran auf den Zeichnungen der verschiedenen Regionen Spaniens unsere bisherige Route nachzuverfolgen. Bei einer Runde Flamencoaufführung bestaunen kam es plötzlich zu einem zufälligen Wiedersehen eines polnischen Paares, welches wir in einem Hostel in Barcelona kennengelernt hatten. Wie klein die Welt manchmal doch sein kann... ;)
Als die stärker werdende Hitze so langsam wieder all unsere Energie zerschmetterte, machten wir uns via Kathedrale zu unserer geliebten Klimaanlage auf um uns für ein paar Stunden auszuruhen.
Am Abend (bei immernoch über 30 Grad) folgten wir der Empfehlung unseres Gastgebers und gingen in ein etwas ruhigeres Viertel, welches uns mit schönen Häusern überzeugte. Man merkte dass sich hier etwas weniger Touristen verirren und die Stadt sobald es etwas kühler wird so richtig aufblüht. Die Strassen im Viertel sind gefüllt von temperamentvollen Südländer*innen die langsam aus dem Nachmittagsschlaf aufzuwachen schienen. In einer coolen Bar machten wir eine nette Bekanntschaft mit einem Paar aus Berlin und verbrachten einige Stunden mit ihnen. Als wir uns um 2 Uhr Nachts auf den Nachhauseweg machten, war bei den meisten anderen aber noch gar keine Aufbruchsstimmung angesagt. Fast alle Bars hatten noch geöffnet und die Strassen waren mit Leben gefüllt. Hier herrscht, wohl auch wegen des warmen Klimas, ein etwas anderer Tagesrhythmus als bei uns in der Schweiz.
Weil wir am Vortag wegen der brennenden Sonne die Umgebung der grossen Kathedrale etwas hastig abgeklappert hatten, entschieden wir uns dazu heute etwas früher am Morgen nochmals dahin zu gehen. Auch an unserem letzten Tag in Sevilla war es uns aber schneller zu heiss als es uns lieb war und schnell fanden wir uns in unserem kühlen Zimmer wieder um uns für die morgige Weiterfahrt noch etwas zu erholen. Ein weiters Highlight des Tages war es, dass wir nach laaangem warten endlich das Paket mit der neuen Isomatte für Martina abholen konnten. Über ca. 751 Umwege konnten wir eine Adresse in Sevilla finden und das Paket ist nach mehr als zwei Monate Reisezeit endlich im unseren Händen.
Für den Abend wurde uns ein nettes Lokal empfohlen, in der jede Woche eine Jamsession mit traditioneller Musik stattfindet. Die Bar war sehr hübsch gemacht und man fühlte sich direkt etwas in die
alten arabischen Zeiten der Stadt zurückversetzt. Auch die melancholische Musik mit verschiedensten Instrumenten, die wir zum Teil noch nie gesehen hatten, verstärkten das spezielle fast magische
Gefühl in den Räumen der Bar. Ein schöner Abschluss unseres Aufenthaltes im Sevilla.












































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