Wir nahmen es gemütlich auf der Route und nutzten die Gelegenheit an unserem Zielort in einer traditionellen Bäckerei das typische Gebäck „Piononos de Santa Fé“ zu probieren und dazu einen Cafe zu schlürfen. Mhhhm so fein! Anschliessend warteten nur noch wenige Kilometer bis zu unserem angestrebten Schlafplatz auf uns. Diesmal solls ein ganz besonderer Ort werden, nämlich neben natürlichen, heissen Quellen. Die Vorfreude trieb uns an, möglichst rasch anzukommen und in der Abendstimmung mit einem kühlen Getränk in die Quelle zu chillen. Doch das in unserer Vorstellung perfekte Szenario blieb leider nur ein Traum. Dieses eigentlich lauschigen Plätzchen war recht gefüllt mit Menschen, welche wir nicht unbedingt nur als sympathisch einstufen würden und gleich nebenan waren Jugendliche mit voller Wucht am ihre Motocrosskünste zum Besten zu geben. Das Tüpfchen auf dem i waren dann noch die „Glüschteler“ welche natürlich gewöhnlich gekleidet den Blick von den leicht bekleideten oder nackten Menschen nicht lassen konnten und entweder hinter der Hecke oder vom Fels herab spannerten. Schnell weg, dachten wir uns da nur noch und flüchteten in den nahegelegenen Wald, um dort unser Nachtlager aufzustellen.
Als wir am nächsten Morgen dann nochmals an der Quelle vorbeifuhren war etwas weniger Betrieb und wir fanden ein ruhiges Plätzchen wo auch wir ungestört das warme Wasser, mit Blick auf die schneebedeckte Sierra Nevada, geniessen konnten. Der kommende Tag war relativ unspektakulär. Wir fuhren auf landwegen von Örtchen zu Örtchen und legten einen Zwischenstop für ein alkoholfreies Bier inkl. Tapa ein. Spätestens nach dem schönen Ort Loja wurde es wieder spannend, denn Mattia hatte mehr und mehr Probleme mit seiner laufenden Nase und unzähligen akrobatischen Nieseinlagen. Spätestens als es in der Abendstimmung 300 hm den Hügel hinauf ging war es für den jungen Mann nicht mehr so lustig, denn Martina war im bergauf fahren das erste mal schneller... Was ist nur los? eine Erkältung? Oder sind es etwa... Haben Olivenbäume Pollen?! Dies ist wohl eine der ungünstigsten Orte um zu merken das man eine Allergie gegen Olivenbaumpollen hat, den vor uns liegen unzählige Olivenbaumplantagen. Die Fläche an Olivenbaumplantagen in Andalusien ist ca. gleiche gross wie ein Drittel der Schweiz und Spanien ist somit mit Abstand der grösste Hersteller von Olivenöl weltweit!
Am Abend fanden wir dann einen wunderbaren Platz im Ort Riofrio mit einem (wie man im Namen schon erahnen kann) eiskalten Fluss. Genau die Abkühlung die wir gebraucht hatten. :)
Der nächste hügelige Tag war wie zu erwarten geprägt von unzähligen Olivenplantagen. Spätestens nachdem wir um die Mittagszeit das süsse Dorf Archidona durchquerten wurde es auch das erste Mal seit wir in Spanien sind so richtig warm. Besonders Martina setzte die Hitze im Anstieg so ziemlich zu und wir mussten das Tempo rausnehmen. Pause machen ist wohl die beste Lösung und wir setzten uns im nächsten Dorf erst Mal in den Schatten für ein paar Stunden. Um diese Uhrzeit lassen wir das fahren in Zukunft wohl lieber sein und machen Siesta, denn es sollte die nächsten Tage noch etwas heisser werden... Obwohl Martina so ziemlich am Ende war, schafften wir es noch zu einem ruhigen Schlafplatz im wahrscheinlich einzigen Wald der Umgebung.
Um der Hitze zu entgehen, standen wir am nächsten Tag also früh auf um mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages loszufahren. Dies war aber gar nicht so einfach denn wir merkten, dass wir am Vortag wohl wirklich etwas zu viel Sonne erwischt hatten und quälten uns mit extremer Müdigkeit und Kopfschmerzen aus dem Schlafsack. Einmal losgefahren war die Morgenstimmung dafür umso schöner und weil die Sonne noch so tief stand, spendeten uns sogar die tiefgewachsenen Olivenbäume einen angenehmen Schatten. Im Dorf Casariche schauten wir zu wie das Dorf langsam erwachte und genossen die schönen Gebäude im tollen Morgenlicht. Langsam mischten sich auch mehr und mehr Weizenfelder zwischen die Olivenbäume, was eine angenehme Abwechslung darstellte. Leider waren die angenehmen Stunden aber schnell vorbei und die Hitze meldete sich wieder. Gerade noch rechtzeitig fuhren wir ins Dorf "El Rubio" ein, welches übersetzt der/die Blonde (oder so) heisst. Wir fühlten uns also mehr als Willkommen und verbrachten die heutige Siesta im kleinen Dorf indem wir auf dem Kirchenvorplatz unsere Tüchlein im Schatten ausbreiteten. Nach einem Abkühlen im Kaffee machten wir uns bei Abendstimmung und wieder angenehmeren Temperaturen auf zu einem eher ungewöhnlichen Schlafplatz, denn wir fanden in einer kleiner Vogelbeobachtungshütte neben einer Lagune einen optimalen Platz um unser Zelt vor dem Wind zu schützen. Am Abend und auch am nächsten Morgen genossen wir das schöne Gezwitscher der verschiedensten Vögel und der Anblick zweier Flamingoschwärme die über unserem Schlafgemach ihre Runden zogen.
Früh ging es auch am nächsten Tag los und wir legten bereits am Morgen einige Kilometer zurück. Abgesehen von einem Kauf von passenden Unterhosen für die Reise (siehe Bild) gibt es da jedoch nichts zu erwähnen. Gegen Mittag fuhren wir in der Stadt Marchena ein von welcher wir direkt überzeugt waren. Es gab süsse Strassen, unzählige wunderschöne Kirchen und überall konnte man wieder den Einfluss der Araber sehen. Eine wunderschöne Kleinstadt die wie es scheint nur wenige Touristen anlockt. Gut für uns ;)
Die Hitze zwingte uns am Nachmittag wieder in den schattigen Stadtpark, bevor wir am Abend noch einige kräftezehrende Kilometer zu unserem Schlafplatz zurücklegten. Dieser offenbarte uns aber eine wunderbare Abendstimmung mit hervorragendem Blick über die weiten Sonnenblumenfelder der Region.
Wir merkten dass uns die Hitze der letzten Tage ziemlich zusetzte und waren froh als der nächste Morgen anbrach damit wir die letzte Etappe nach Sevilla hinter uns bringen konnten. Da wartete nämlich ein gut aussehendes Zimmer mit Klimaanlage auf uns. Dieser Satz schreiben wir hier wohl nicht zum ersten Mal, aber trotzdem: Selten haben wir uns so auf eine Unterkunft gefreut ;)


































































































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