Obwohl wir die Stadt Valencia ins Herz geschlossen hatten, waren wir froh darüber als wir uns endlich ins Inland aufmachten. Weg von den Touristischen Stränden und Orten in die für uns unbekannten Hügel des Landes. Und vorallem nicht mehr im Kabäuschen des Hostels übernachten, da ist unser Zelt nämlich schon viel gemütlicher!!
Auch die Stadtausfahrt war wieder gespickt von perfekten Fahrradwegen und führte uns an einigen schönen Örtchen vorbei, bevor es schon bald bergauf ging. Einige Kilometer ging es erst vorbei an vielen Villen und Orangenplantagen, bis wir schliesslich das Dorf "Turis" erreichten. Hier fanden wir endlich was wir an der Küste die ganze Zeit vermisst hatten. Gemütliches Dorfleben, Kinder vor der Gelateria am spielen und Gelächter aus den mit Plastickstühlen gespickten Kneipen. Keine Touris und vorallem; der geliebte Cortado ist nur noch halb so teuer! ;)
Als es langsam Abend wurde machten wir uns voller Vorfreude auf um einen geeigneten Schlafplatz zu suchen. Schon lange war es nicht mehr so einfach wie hier und wir wurden auf einem Feld neben einem härzigen Bach fündig. Die Geräuschkulisse mit den zwitschernden Vögel und dem Rauschen des Baches war einfach nur herrlich. Es tat richtig gut wiedereinmal so richtig in der Natur zu sein.
Auch der nächste Tag sollte höhenmeterlastig werden und wartete nicht lange mit den ersten Steigungen. Die Orangenbäume tauschten ihre Plätze langsam mit Mandel und Olivenbäumen während die Landschaft immer bergiger wurde. Vorbei an einem Stausee befuhren wir den Pass "La Chufa" welchen wir trotz eher bedrücktem Wetter sehr genossen. Auf der anderen Seite sausten wir runter zum nächsten Stausee an welchem wir einen vielverprechenden Platz herausgesucht hatten. Obwohl wir nicht all zu weit entfernt sogar noch zwei Wildschweine mit ungefähr zehn Frischlingen beobachten durften, waren wir direkt verliebt in den Platz und breiteten uns am See aus. Wieder waren wir entzückt von der Ruhe. Weit und breit keine Strasse oder andere menschliche anzeichen sind hörbar. Zu beobachten gab es hier auch keine Touristen, sondern nur Rehe und Vögel :)
Eine Regel scheint es hier in Spanien zu geben. Je schöner, desto steiler. So jagten wir uns am nächsten Morgen erstmal bei knackigen 15% Steigung den Hang wieder hinauf und waren 300hm weiter oben eigentlich schon so ziemlich fertig. Als wir im Tal angekommen ins schöne Örtchen "Cofrentes" einfuhren, brauchten wir nicht lange um zu merken dass wir heute nicht mehr viel fahren werden. Zu schön war der Anblick des Dorfes und zu müde waren unsere Beine. Der Anblick der kommenden Steigung liess unsere Motivation auch nicht gerade aufleben. So fanden wir uns nach einer kurzen Besichtigung des Dorfes an einem netten Platz am Fluss wieder und freuten uns auf eine Wascheinheit im Gewässer. Gerade als wir es uns auf den Bänken gemütlich machten und Mattia anfing die Bremsen zu wechseln, tuckerte ein Feuerwehrauto herbei und parkte direkt neben unserem Platz. Seelenruhig pumpten sie das Wasser des Flusses ab und fingen an den ganzen Platz zu bewässern. Wir fanden heraus dass hier in zwei Tagen ein Fest stattfinden wird und sie all die Pflanzen bewässern damit kein Feuer ausbricht. Während Martina dem geschäftigen Treiben zuschaut versucht Mattia die Bremsen zu wechseln. Weil aber die eine Schraube total "verchätscht" war sah dies wohl etwas hilflos aus, denn kaum einmal umgeschaut eilte der eine Feuerwehrmann zur Hilfe. Er holte einen Werkzeugkoffer aus dem Feuerwehrauto und hämmerte voller selbstbewusstsein auf den Drahtesel ein. Ein ziemlich lustiges Bild!
Etwas später war die Schraube gelöst und dem Bremsenwechsel stand nichts mehr im Wege. Wie es sich herausstellte war Eduardo, der freundliche Helfer in der Not, in seinem normalen Leben Fahrradmechaniker. Wir lieben diese Hilfsbereitschaft die hier auf dem Lande herrscht! :) Etwas später am Abend joggte Eduardo sogar nochmals an unserem Platz vorbei und erkundigte sich ob bei uns alles in Ordnung ist.










































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