Nach der erholsamen Zeit in Berga, die uns sehr gut getan hat, konnten wir endlich unsere Fahrräder aus der Mechanikerpause holen. Alles hat wunderbar geklappt und die Fahrräder sehen wie neu aus. Es steht einer Weiterfahrt also nichts mehr im Wege!? Wäre da nicht Martinas Magen der uns einen kleinen Strich durch die Rechnung machte. Wir wussten nicht ob es die Aufregung auf die kommende Zeit oder die Oliven auf dem Raclette vom Vortag waren (spanische Version;) . Auf jeden Fall war es für Martina mit nur ein paar Zwieback im Magen nicht möglich weiter zu fahren. Weil wir in einer nahe gelegenen Küstenstadt jedoch schon das nächste Treffen vereinbart hatten, beschlossen wir uns dazu den Zug zu nehmen. Als wir etwas aus dem Grossstadtjungle raus waren und es Martina etwas besser ging, konnte Mattia es jedoch nicht lassen ein paar Stationen früher auszusteigen und die restlichen Kilometer der hügeligen Küste per Fahrrad zu fahren, so gross war die Freude auf die Weiterfahrt.
Am Abend trafen wir im härzigen Städtchen "Sitges" auf Markus und Sandra, welche wir bereits im August in Estland kennenlernen durften. Sie waren dieses Mal jedoch nicht mit dem Fahrrad unterwegs, sondern mit dem Motorrad auf der Rückreise von Marokko. Wir verbrachten den schon fortgeschrittenen Abend bei Tapas und Wein, wobei wir uns bereits auf den kommenden Tag mit ihnen freuten. Leider musste Martina den kommenden Morgen aber noch Haferbrei essend im Bett verbringen, bevor sie dann am Nachmittag zu den anderen Dreien dazu zustossen wird. Mattia, Sandra und Markus machten es sich derweil am Strand bei einem feinen Zmorge gemütlich, und genossen den Anblick der Strassen des schönen Städtchens.
Am Nachmittag verbrachten wir einige gemütliche Stunden im schönen Garten des Hotels beim plaudern und Spiele machen, bevor auch an diesem Abend wieder feine Tapas essen angesagt war! :)
Am nächsten Morgen hiess es dann schon Abschied nehmen von den beiden jung gebliebenen Österreichern. Wir sind uns aber sicher, dass wir uns früher oder später schon bald wieder sehen werden. :)
Wir gaben Martinas Magen noch einen weiteren Ruhetag und verlängerten unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht. Während sich Martina die am Vortag verpassten Gassen noch etwas genauer unter die Lupe nahm, erkundete Mattia mit dem Velo die Umgebung des Garaff Naturparks, bevor wir uns nach einem Besuch beim Thai voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen legten.
Unser Plan für die nächsten Tage war es am Meer entlang nach Valencia zu fahren. Erstmal sah die Küste an den meisten Orten jedoch ziemlich ähnlich aus. Jeder Strand glich dem anderen und die Dörfer durch die wir fuhren waren jetzt auch nicht besonders schön. Nachdem wir einen kurzen Zwischenstop bei einem Volksfest machten und dem Küstenvolk beim Tanzen zusahen, freuten wir uns auf den ersten Zeltplatz seit einer gefühlten Ewigkeit. Wie es sich heraussstellte war unser zuvor herausgesuchter Grillplatz am Samstagabend ziemlich beliebt, denn fast alle Tische waren belegt und wir merkten, dass die Spanier das Grillen so ziemlich zelebrieren... Gefüllte Tische mit Paella und unzähligen anderen Speisen (hauptsache Fleisch) ragten vor unseren Augen in die Höhe. Da können wir mit unserer Cervelat und Bratwurst gleich einpacken dachten wir uns... ;)
Nachdem wir doch etwas neidisch auf die Paella unser Risotto gekocht hatten, platzierten wir unser Zelt etwas abseits des Grillplatzes auf einer Wiese und verbrachten eine gute erste Nacht zurück im Zelt.
Als wir am nächsten Morgen zurück zum Grillplatz gingen um unser lecker Zmorge zu Essen (inkl. Wurst die uns Guillem geschenkt hat), füllte sich der Platz bereits wieder mit vielen Paella-wütigen Familien. Einfach schön anzusehen wie das so zelebriert wird ;)
Nach dem Morgenessen setzten wir unsere Reise entlang der Eurovelo Route fort, welche uns vorbei an härzigen Ortschaften mit schönen Gassen und Burgen führte. Am Nachmittag verweilten wir etwas in der Stadt Tarragona, welche einige archäologische Highlights wie z.B. ein Amphitheater zu bieten hatte, bevor wir uns nach Cambrils aufmachten. Da hatten wir nämlich einen etwas ungewöhnlichen Schlafplatz für die heutige Nacht, denn Martinas ehemalige Arbeitskollegin liess uns netterweise sehr spontan auf dem Rasen ihres Ferienhauses unser Zelt aufschlagen. Und das obwohl das Haus zurzeit eigentlich gerade vermietet ist! Das beste daran: eine warme Aussendusche, herrlich!!
Erster Programmpunkt am nächsten Tag war es, einen geeigneten Platz für einen Sprung ins Meer zu finden. Diesen fanden wir am Miami Beach Spaniens, dem "Miami Platja". Wie eigentlich fast überall wurde hier mehr Deutsch als Spanisch gesprochen. Fast den ganzen Tag fahren wir eigentlich vom einen Touristenort zum nächsten und wir werden etwas müde über den Anblick der vielen (meist leeren) Feriensiedlungen. Wenn man die ganze Küste im Radeltempo abfährt, wird einem erst bewusst welch ein Ausmass der Tourismus hier hat.
Als langsam die Abendstimmung beginnt, fuhren wir in die weiten Ebenen des Ebro-Deltas. Wir trafen auf drei Bauern welche wir ohne gross zu zögern Ansprachen und fragten, ob wir hier irgendwo nächtigen dürften. Kilian, der freundliche Reisbauer, zeigte uns sofort ein Plätzchen unter den gegenüber liegenden Olivenbäumen. Er genoss es richtig, dass er wiedereinmal sein Englisch benutzen konnte und erzählte uns viele interessante Dinge über den Reisanbau im Delta.
Ein perfekter Schlafplatz welcher Kilian uns hier gezeigt hatte, eine kleine Oase inmitten der endlosen Reisfelder welche wir gleich am nächsten Morgen durchquerten. Mit der Überquerung des Ebros fuhren wir in die Stadt "Amposta" ein in der wir eine Mittagspause genossen, bevor wir etwas in die Hügel fuhren. Anstelle von endlosen Reisfeldern, erwarteten uns hier unzählige Olivenhaine, welche wie immer wunderschön anzusehen sind. Am späteren Nachmittag erreichen wir das Dorf "Ulldecona", welches der letzte Ort Katoloniens vor der Grenze zur "Generalitat Valencia" ist.









































































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