Barcelona

Bevor uns der lang ersehnte Städtetrip in Barcelona erwartete, stand uns erst mal eine eher unangenehme Überfahrt mit der Fähre bevor. Schon am Vorabend bekamen wir eine SMS mit der Info, dass die Fähre anstatt um 10:00 erst um 13:00 abfahren wird. Dies hiess für uns, dass wir wohl erst um 2 Uhr Morgens in der Grossstadt ankommen werden. Trotzdem gingen wir schon früh zum Check In der Fähre, wo uns ein Einheimischer jedoch darauf hinwies, dass die Fähre 2 Kilometer weiter östlich abfahren wird. Nach einigem hin und her, landeten wir ein paar Stunden später schliesslich wieder am selben Ort und warteten dort auf das Schiff, welches immer mehr Verspätung zu haben schien. Gegen drei Uhr Nachmittags, fuhren wir also bei brütendem Sonnenschein auf das Mittelmeer hinaus und wussten dabei eigentlich schon, dass dies die Ruhe vor dem Sturm sein wird. Für heute Nacht waren nämlich extreme Winde angesagt. Zu Martinas Glück hatten wir schon früh unser Znacht gegessen, denn als gegen sieben Uhr die Wellen immer stärker wurden, hätte sie wohl keinen bissen mehr heruntergebracht. Während Martina irgendwo zwischen Ruhesesseln und quitschenden Wänden sich vorallem darauf konzentrierte nicht zu Erbrechen, erkundete Mattia derweil das Schiff. Wenn man so durch die Gänge schlendert, fühlt man sich wie auf dem Nachhauseweg einer wilden Partynacht um 6 Uhr morgens. Ungefähr so fühlt es sich auch an wenn man versucht auf dem Boden des Schiffes zu schlafen. Nach einigen Stunden Quälerei fuhren wir schliesslich mit nur sieben Stunden Verspätung in den Hafen von Barcelona ein. Immerhin war es jetzt schon wieder hell, sodass wir auch etwas von der schönen Stadt zu Gesicht bekamen. Nach einer schöner Fahrt, vorbei an einigen Partygängern (die sich wohl so fühlten wie wir uns einige Stunden zuvor) kamen wir schliesslich um halb Acht Uhr in unserem Hostel an. Definitiv der späteste Check In unseres Lebens... Immerhin konnten wir so direkt unser Morgenessen in Anspruch nehmen ;)

Viel Zeit um uns zu erholen blieb uns jedoch nicht, denn am Mittag startete in Barcelona die letzte Etappe der "Volta Catalunya", einem Velorennen bei dem hochkarätige Namen wie "Jonas Vingegaard" oder "Remco Evenepoel" teilnahmen. Dies wollte sich vor allem Mattia nicht entgehen lassen. Obwohl es in unseren Köpfen immer noch ziemlich drehte und wir uns fühlten als hätten wir die Nacht durchgemacht, machten wir uns auf den Weg zur steilsten Stelle am Hausberg von Barcrlona, dem "Montjuic". Gleich sieben mal bretterten die Stars des Radsports an uns vorbei, und es war interessant ein Radrennen von der Nähe aus zu sehen. Wir mussten neidisch eingestehen, dass wir schon noch nicht ganz so schnell sind wie die Profis, aber wir haben ja noch etwas Zeit... ;)

Während des Rennens gab es aus der Richtung des Hafens plötzlich einige laute Explosionen. Wie sich herausstellte, waren auf dem Hafengelände einige Container in Brand geraten. Wir beobachten die Situation für einige Zeit mit bester Sicht und waren froh, dass niemandem etwas passiert ist. Nach all den Eindrücken gingen wir früh, aber glücklich darüber in Barcelona zu sein, zum ersten Mal getrennt in einem Einzelbett schlafen. Auch mal ganz angenehm ;)

Erster Programmpunkt für den nächsten Morgen war es, einen geeigneten Fahrradladen aufzufinden um unsere Velos auf Vordermann zu bringen. Auf dem Weg fuhren wir dabei durch das schöne Stadtviertel "Gracia" welches uns auf den ersten Blick sehr gefiel und in dem wir die kommenden Tage immer wieder Zeit verbringen werden. Nachdem unsere Drahtesel bei unserem Mechaniker des Vertrauens abgegeben wurden und wir uns mit einigen Tapas gestärkt hatten, stand erst mal etwas Sightseeing an. Wir schlenderten erst durch die grünen Strassen in der Umgebung des Fahrradgeschäftes bevor wir uns so richtig in die Touristenecke begaben. Rund um die Strasse "La Rambla" wurde es uns aber schon bald etwas zu bunt. Man merkte, dass wegen Ostern doch so einige Touristen den Weg in die Stadt fanden. 

Am Tag darauf machten wir uns voller Vorfreude auf den Weg zu einem Escape-Room, der anscheinend ganz gut sein soll und schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Wir wurden nicht enttäuscht, denn der Raum gehörte definitiv zu den Besten die wir bisher gemacht hatten. Gemeinsam schafften wir es das Geheimrezept der "Estrella" Brauerei wieder zu finden und unser eigenes Bier zu Brauen. Ein Herrgöttli zum Schluss durfte da natürlich nicht fehlen! ;) 

Nach diesem kleinem Abstecher mussten wir natürlich auch noch das Reiseziel Nr. 1 in Barcelona besuchen. Die "Sagrada Familia" vom berühmten Architekten "Antoni Gaudi". Wie der Name schon sagt, ist es ein richtiges Gaudi diese Kirche zu bestaunen. Beeindruckend und einfach irgendwie anders, wie alle Bauten vom Architekten die man in der Stadt immer wieder antrifft. 

Mindestens genau so beeindruckend wie die Kirche ist der Verschleiss unserer Fahrräder, denn der Mechaniker hat so einiges gefunden was wir noch auswechseln sollten. Dies zwingte uns dazu unsere nächsten Tage etwas umzuplanen, denn wir werden schon bald nach "Berga" gehen um Guillem, einen Studikollegen von Mattia zu besuchen. Leider war es aber nicht möglich mit unseren Fahrrädern nach Berga zu fahren und wir durften unser ganzes Gepäck im Fahrradladen zwischenlagern. Dafür organisierten sie für uns ein Cargobike (Lastendrahtesel), mit dem wir einmal quer durch Barcelona flitzten. Das war ein Spass! :) 

So kam es, dass wir die letzten zwei Nächte in der Stadt nur noch mit kleinen Rucksäcken bepackt umherzogen. Wir verbrachten viel Zeit im Viertel "Gracia" erkundeten auch das alte Industrieviertel "Poblenou", welches heute in einem hippen Gewand erscheint. Auch einen Besuch am Strand durfte natürlich nicht fehlen.

Obwohl es uns hier in Barcelona sehr gut gefiel, waren wir dann froh darüber endlich in den Bus ins 2 Stunden entfernte "Berga" zu fahren, um einen guten Bekannten zu treffen und neue Bakanntschaften zu machen! :)

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