Das Erwachen am nächsten Morgen war einfach wunderbar mit heiterem Vogelgezwitscher und den ersten Sonnenstrahlen. Wir saugten beim Zmörgelen die Wärme richtig auf und freuten uns auf den kommenden Radeltag.
Die Kilometer verflogen so mässig flott, denn der Anblick von viel Abfall, Glasscherben und den etwas komischen Gestalten auf dem Weg verhalfen nicht zu Glücksgefühlen. Wie wir im nachhinein herausfanden, war diese Küstenstrasse mit seinem unheimlichen Wäldchen zwischen Strasse und Meer als Strassenstrich bekannt… Wir waren umso mehr erleichtert, als wir in die Einfahrt unseres Campings bogen und mit freier Platzwahl unser Zelt aufschlagen konnten. Die Vermieterin wirkte zwar etwa genau so wie die Stimmung auf der Küstenstrasse, jedoch konnten wir ihr gegen den Schluss der Konversation ein kleines Lächeln entlocken. Die Füsse wurden gecheckt und laut Mattias Befinden genug gut im Schuss, dass dem Plan Sonnenuntergang gucken am nicht weit entfernten Meer nichts im Wege stand. So packten wir unseren Rucksack und machten uns auf Richtung Meer. Die Wetterstimmung war ganz interessant zu beobachten, ein Mix aus Wolken, kurzem Regenschauer und Sonnenstrahlen. Wir genossen das Lauschen der tosenden Wellen und verweilten bis zum Verschwinden der Sonne am Horizont hinter den Wolken. Beim Rückweg sah man die Spuren des noch nicht allzulange vergangenen Sturms sehr gut, denn ein möglicher Picknickplatz war mit Sand und Schwemmholz komplett eingehüllt worden. Als wir zurück auf dem Campingplatz waren, fingen wir sogleich an zu Kochen. Dabei unterhielten uns die diversen Campingbüsis sehr mit Versuchen, an unser Essen zu kommen. Während des Kochens machten sich leider die Schmerzen in Mattias Füssen immer stärker bemerkbar und er war froh, sich hinlegen zu können. Doch leider wurden die Schmerzen trotz Salbe, Schmerzmedi und Arnicakugeli immer unerträglicher… So stark, dass Martina schon bald an ihre Grenzen des fachmännischen Wissens und Möglichkeiten in der Versorgung im Zelt kam. Doch eine Idee hatte sie noch. Bei dem zwar etwas merkwürdigen Besitzerpaar um einen Eisbeutel zu fragen, den sie glücklicherweise auch aus ihrem Gefrierfach zaubern konnten. Das Kühlen half auch nur bedingt und inzwischen machten wir uns beide schon Gedanken, wie und ob wir zur nächsten Bushaltestelle, Krankenhaus oder ähnlichem Kommen könnten. Gegen den späteren Abend mit der richtigen Lagerung des Fusses legten sich die Schmerzen langsam ein wenig und wir fanden beide den Schlaf.
Der Moment am Morgen wird entscheidend sein, ob Belastung auf den Fuss wieder möglich sein wird und wie sich die Schmerzen verhalten werden. Wie durch ein Wunder konnte Mattia fast vollständig und mit aushaltbaren Schmerzen wieder belasten und fühlte sich sogar im Stande, mit dem Fahrrad weiterzufahren bis Salerno, wo wir sowieso an einen Pausentag in einer Unterkunft gedacht haben. So verabschiedeten wir uns von den unterhaltsamen Büsis und machten uns auf den Weg in Richtung Salerno. Etwas ausserhalb des Stadtzentrums von Salerno entdeckten wir wie gerufen einen Media Markt, bei dem Mattia ein neues Handy kaufen konnte. (Mattias Handy war schon seit Tagen kaputt und wir wollten es nicht riskieren, dass er wegen seines Handyentzuges noch auf weitere dumme Ideen kommt ;). Im Stadtzentrum von Salerno angekommen, freuten wir uns auf unsere Unterkunft und vorallem auf die warme Dusche. Mit dem Einchecken und dem Verstauen der Velos klappte es durch die Hilfe von Guiseppe bestens. Fürs Abendessen gingen wir nicht unweit unserer Unterkunft einmal mehr auswärts essen, denn das leckere italienische Essen lockt uns einfach viel zu sehr ;). Wir gönnten uns ein sehr leckeres Aperitifplättchen mit Fleisch und Käse, anschliessend eine feine Pizza und das Tüpfelchen auf dem i war dann noch das Tiramisu zum Dessert. Und nicht zu vergessen das neu entdeckte und wirklich sehr leckere napolitanische Weissbier. :)
Ein schöner Tagesabschluss!
Am nächsten Tag starteten wir gemütlich in den Tag und gingen erst gegen den Mittag ein wenig auf Erkundungstour. Als wir an der Küstenpromenade unterwegs waren, stachen uns gleich zwei Bikepacker mit ihrem grossen und besonders cool aussehenden Anhänger ins Auge. Wir gingen hin und fingen gleich munter an zu quatschen. Es macht einfach immer wieder Spass Gleichgesinnte zu treffen und von ihren Abenteuern zu hören. Wir durften uns sogar noch mit unserem Sticker, einer gezeichneten Bialetti und einer kleinen Nachricht auf ihrem Anhänger verewigen. Wir waren begeistert von ihrer selbstentworfenen und gebauten Anhängerkonstruktion, welche zu einem Zelt aufgeklappt werden kann. Die Solarpanel oben drauf sorgen für die nötige elektrische Unterstützung beim Fahren. Die Zeit verging wie im Flug und schon bald mussten sich die beiden neugewonnenen Freunde Fleur und Jean auch schon auf den Weg machen, um noch möglichst vor Sonnenuntergang an dem von uns empfohlenen Platz neben der Kapelle zu übernachten. Wir verabschiedeten uns und freuen uns, ihre weiteren Abenteuer auch ein bisschen mitverfolgen zu können. :) Nach diesem schönen Treffen schlenderten wir nicht mehr allzulange durch die Gassen und landeten mit Hunger einmal mehr beim Pizzaiolo unsers Vetrauens. Diesmal aber für Take away, denn wir planten einen gemütlichen Filmeabend vom Bett aus.
So genossen wir den Abend noch mit dem aufregenden James Bond „No time to die“, der uns mit einigen Filmszenen nochmals gedanklich zurück nach Matera versetzte.
Für den nächsten Tag gings früh aus den Federn, denn uns stand ein eher ungewöhnlicher Tag vor der Türe. Da wir Mattias Fuss noch ein wenig Erholungszeit gönnen wollten, entschieden wir uns die Amalfiküste von Salerno aus mit dem öffentlichen Bus zu erkunden. Wie die grössten Touristen machten wir uns also auf zum Ausgangspunkt dem Bahnhof von Salerno. Mit nur ein bisschen italienischer Verspätung fuhr dann ein gewöhnlich aussehender Linienbus zu, mit dem unsere rasante Fahrt der Amalfiküste entlang begann. Erster eher unerwarteter Haltepunkt war Amalfi selbst, denn da machten uns die Busfahrer deutlich, dass dieser Bus nicht mehr weiterfahren wird und wir umsteigen müssen. Wann aber der Anschlussbus weiter fahren wird, wurde nicht so klar kommuniziert, deswegen entfernten wir uns nur für einen ganz kurzen Abstecher in die Altstadt und kamen bald wieder zurück in die Nähe der Busstation.
Beim zweiten Mal nachfragen hiess es dann wieder eine andere Zeit, aber na gut, ein bisschen warten gehört halt dazu. Wir erwischten den richtigen Anschlussbus, mit dem wir bis in unser angestrebtes Küstenörtchen Positano fuhren. Die Küstenabschnitte mit ihren zahlreichen, sehr engen Kurven war beeindruckend und wunderschön anzusehen. Wir waren jedoch jedes Mal froh, wenn wir wieder sicher am nächsten Ort ankamen und frische Luft tanken konnten. Der zackige Fahrstil der amalfischen Busfahrer bringt so manchen Magen in ungewollte Schwingungen. ;) In Positano verbrachten wir unsere Mittagszeit mit Picknicklen am Meer, einem Besuch eines fast menschenleeren, kleinen Strandes und vielen Treppensteigen zurück ins Ortszentrum. Wir erwischten mehr oder weniger Fahrplanmässig den nächsten, leider sehr überfüllen Bus zurück nach Salerno und waren froh, wieder aus den Touristenmassen zu sein. Fazit der Amalfiküste: Wunderschöne Buchten mit grünen Hügeln und Felsenklippen, jedoch auch schon jetzt im Februar für unseren Geschmack zu Überlaufen von Touristen. Eigentlich wirklich schade, denn die Küste hätte so viel schönes zu bieten!
Am nächsten Morgen starteten wir mit kurzen Hosen und Tshirt gegen Mittag in unsere Tagesetappe, als noch auf der Promenade eine Glasscherbe bei Mattias Velo eine Platte verursachte. Mit einem Espresso und Sonne im Gesicht ging das Flicken jedoch ganz flott über die Runde und wir waren kurze Zeit später wieder startklar. Unsere Route führe uns hoch zum nächstgrösseren Ort Cava de Tirreni, wo wir ganz unerwartet erneut in einem Fasnachtstreiben landeten. Ein kleiner Ausschnitt ihres Umzuges kamen wir noch zu Gesicht. Das Tagesziel war ein schöner Camping mit guter Lage für den Besuch der Ausgrabungsstätte Pompei. Wir wurden freundlich willkommen geheissen und fanden ein gemütliches Plätzli. Die Sonne meinte es gut mit uns und wir genossen es einfach mal wieder draussen zu sein.
Am nächsten Morgen beim Frühstück hielt uns das härzige und verspielte, plötzlich auftauchende Büsi auf Trab :). Erst gegen Mittag nach ausgiebigem Faulenzen mit dem Büsi machten wir uns zu Fuss auf zur Erkundung der riesigen Anlage von der vor fast 2000 Jahren beim Vulkanausbruch verschütteten Stadt Pompei.
Etwas erschlagen von den vielen Eindrücken nutzen wir es bis zur letzten Minute aus und machten uns auf den Heimweg. Der Heimweg beinhaltete noch einen kurzen Besuch im nahegelegenen Decathlon, um uns mit neuem Flicken und Leim für die nächsten Platten auszurüsten. Die letzte Nacht auf dem Camping wird besonders Martina in bester Erinnerung bleiben, denn gegen 05:00 Uhr morgens machte sich das süsse Büsi vom Vortag am Zelt bemerkbar und huschte gleich tief in Martinas Schlafsack und kuschelte sich 3h ausgiebig in den Schlaf. Umso schwerer fiel uns dann das Verabschieden am nächsten Morgen.








































































































Kommentar schreiben