Von Matera ging es erst mal einige Kilometer den Berg hinunter durch saftige Felder in Richtung Meer. Leider war es jedoch in dieser von Landwirtschaft geprägten Gegend gar nicht so einfach einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Als es langsam anfing zu Dämmern beschlossen wir bei einem Bauernhof nachzufragen, ob sie eine Idee hätten, wo wir unser Zelt aufschlagen könnten. Der alte Mann der eher wenig Verständnis für unser Vorhaben hatte, schlag uns vor bei der nächsten Tankstelle nachzufragen, denn da gäbe es eine schöne Wiese direkt an der Strasse. Diese Idee fanden wir jedoch nicht so romantisch und so landeten wir ein wenig später inmitten einer Obstbaumplantage in einem ziemlich matschigen Feld. Immerhin konnte uns hier niemand sehen, denn wir waren uns eigentlich ziemlich sicher, dass wir hier nicht mit offenen Armen sondern eher mit bösen Blicken geweckt werden würden. So huschten wir am nächsten Morgen schnell wieder aus unserem Schlafgemach und fuhren ins nahe gelegene Dorf "Bernalda" um uns für den kommenden Tag einzudecken.
Ziel für heute war es einen Campingplatz in der Nähe der "Calanchi" zu erreichen. Die "Calanchi" (Ödland/Badlands) sind Landgebiete die durch die starke Erosion ein bisschen aussehen wie eine Mondlandschaft. Langsam beginnt sich die Gegend auf dem Weg zu verändern und wir sahen immer mehr von dieser interessant geformten Natur, wobei uns der immer stärker werdende Wind ausbremste und uns die strahelnde Sonne immer weiter antrieb. So kamen wir am frühen Nachmittag beim Campingplatz an und schlugen unser Zelt unter einem Olivenbaum im Kies auf.
Nach einem kurzen Mittagsschlaf fuhren wir mit unseren Drahteseln einige Kilometer zum "Teatro dei Calanchi", wo wir die interessante Landschaft bei einem Kaffee aus der geliebten Bialatti besonders gut geniessen konnten.
Während wir am Abend gemütlich unser Abendessen zubereiteten (Pasta mit Barilla-Bolognese) kam die freundliche Besitzerin mit einem mitleidendem Blick auf uns zu. Es war für sie wohl schwer mitanzusehen, dass wir "nur" ein solch einfaches Menu zur Verfügung hatten. So dauerte es nicht lange und sie kam mit reichlich Brot, frischem Burrata und eingelegten Auberginen wieder zu uns zurück. Während wir dieses Festmahl hartnäckig von den unzähligen Hunden und Katzen des Hofes versuchten zu verteidigen und unsere Bäuche bis zum Rand vollschlugen, kam die herzliche Dame sogar noch mit Kaffee und Kuchen vorbei. Mit nun übervollen Mägen versuchten wir uns etwas später also wieder in unser Zelt zu quetschen und waren einmal mehr entzückt darüber, wie gastfreundlich wir hier in Süditalien immer wieder behandelt werden.
Nachdem wir am nächsten Morgen unser Frühstück bei strahlendem Sonnenschein in T-Shirt und kurzen Hosen verbracht hatten, setzten wir unsere Reise in die unzähligen Hügel der Basilikata fort. Die Route führte uns mehrere Kilometer talaufwärts über eine Brücke die uns irgendwie etwas an eine Mariokart Strecke erinnerte. Eine solch grosse Strasse mit derart wenig Verkehr hatten wir wahrscheindlich bisher noch nie auf unserer Reise, herrlich. Währenddessen schweiften unsere Blicke immer wieder auf die geheimnisvolle Geisterstadt "Craco", die nach dem schweren Erdbeben das im Jahre 1980 in der Region wütete nicht mehr bewohnt wird.
Auch wenn es am späteren Nachmittag windig wurde und bedrohliche Wolken aufzogen, genossen wir die Ausblicke über die von Hügel geprägte Region sehr. Ein bisschen wie im Äntlibuech ;)
Einen Schlafplatz fanden wir schliesslich neben einem Feldweg direkt neben unsere Route. Eher zweckmässig, aber immerhin geschützt vom Wind und abgesehen von einigen Regenschauer sehr ruhig in der Nacht.
Am nächsten Morgen machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein an den Aufstieg zum nächsten Dorf Namens "Stigliano" welches sich auf 900 m.ü.M. befindet. Die Ausblicke auf der Strasse waren wunderschön und man konnte bis ans Meer sehen. So schön die unzähligen Dörfer auf den Hügeln auch aussehen, es ist durchaus streng sie mit dem Fahrrad zu erreichen. Wir hatten es gerade noch rechtzeitig vor der Siesta zum Einkaufen geschafft und waren ehrlich gesagt ziemlich fertig als wir uns etwas später eine Portion Pasta im Restaurant genehmigten. Wir hatten jedoch noch etwas vor uns denn auch hier war es trotz viel Natur nicht ganz einfach einen Schlafplatz zu finden. Der weite Weg hatte sich aber gelohnt, denn in einem Regionalpark fanden wir einen Picknickplatz mit Tischen, Trinkwasserbrunnen und Feuerstelle. Während wir uns vor dem Schlafen am gemütlichem Feuer aufwärmten fragten wir uns, wann wir das letzte mal in solch einer ruhigen Umgebung geschlafen hatten. Wir genossen die Natur, denn es ist schon echt eine Weile her!
Obwohl wir uns vor dem Schlafengehen aufgewärmt hatten und wir von herrlichem Vogelgezwitscher geweckt wurden, war die Nacht nicht wirklich erholsam. Dies lag vorallem daran, dass unsere Luftmatratzen beide genau in dieser kalten Nacht auf 1200 m.ü.M. ein Loch hatten und wir beide bis auf unsere Knochen durchgefroren waren. Positiv war es jedoch dass wir ja direkt neben einem Brunnen übernachtet hatten an dem wir die Löcher in unseren Matten gleich identifizieren und flicken konnten. Glück im Unglück! :)
Weil wir also etwas fertig von der Nacht und dem gestrigen Tag waren, beschlossen wir heute nur ca. 5 km zu einem anderen Grillplatz zu fahren. So wurde es also ein angenehm ruhiger Tag im Wald, an dem wir nicht sonderlich viel unternahmen um frische Energie zu Tanken. Als wir uns am Abend ins Zelt legten wurde es aber nochmals spannend, denn plötzlich merkten wir dass eine Horde Wildschweine in der Nähe unseres Zeltes vorbeizottelten. Unser Puls schnellte kurz in die Höhe, aber die angenehmen Laute des Steinkauzes liess uns schnell wieder angenehm in den Schlaf finden.
Unglaublich wie schön hier die Geräuschkulisse in den Morgenstunden ist und wie sanft man von den Vögel geweckt wird. Wir lieben es! Weniger elegant wie das aufwachen war jedoch die Abfahrt an diesem wunderschönen Platz, denn kaum sass Martina auf den zwei Rädern war die Luft des einen auch schon wieder raus. Pfffffff... ;)
Der Platten ist geflickt und wir machten uns voller Vorfreude auf um zum nächsten Dorf Namens "Pietrapertosa" zu gelangen. Dieses wurde spektakulär an die Felsenkette gebaut die auch "Piccolo Dolomiti Lucane" genannt wird.
Nach einer ausgiebigen Kaffeepause machten wir uns auf den Weg um in das gegenüberliegende Dorf "Castelmezzano" zu gelangen. Dafür mussten wir aber erstmal eine spektakuläre Schlucht überwinden. Faszinierend wie sich die Natur hier geformt hat und wie sich die autofreie Strasse durch die Felsformationen schlängelt.
Oben angekommen genossen wir die wunderschöne Aussicht, bevor wir uns zu einem eher ungewöhnlichem Schlafplatz aufmachten. Richtig gesehen, neben dem Fussballfeld ;)
Weil für den nächsten Tag extremes Hudelwetter vorausgesagt war, beschlossen wir ins Tal zu fahren und den nächsten Zug in den nächstgrösseren Ort zu nehmen. Nach drei Stunden warten im Bahnhofhäuschen, sassen wir also im Zug und freuten uns auf zwei Nächte in "Potenza". Es fühlt sich einfach 1000 Mal besser an in ein Zimmer zu gehen wenn man vorher lange Zeit in der Natur verbracht hat. Wir lieben es, ein Gefühl wie an Weihnachten! ;)











































































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