Über die Adria

Nach fast sechs Monaten Reisezeit haben wir also das Land erreicht, welches wir immer als „unser Ziel“ genannt hatten. Sehr viel hatten wir darüber gesprochen was wir denn in Griechenland machen werden. Oft haben wir darüber gesprochen, dass wir weiter in Richtung Türkei fahren werden und den Winter auf den hochgelobten Griechischen Inseln verbringen wollen. Dass wir schlussendlich nicht einmal einen ganzen Tag in Griechenland verbringen werden, hat sich erst die letzten zwei Wochen abgezeichnet. Wir fingen immer mehr an darüber nachzudenken, wann denn unsere Reise zu Ende sein soll. Wir kamen zum Schluss, dass wir erstens aus eigener Kraft wieder zurück in die Schweiz radeln wollen, und dass es schön wäre ungefähr im Sommer wieder zurück zu sein. Wenn wir also weiter in Richtung Osten fahren würden, müssten wir auch unseren Zeithorizont etwas vergrössern. So kam eigentlich ziemlich spontan die Entscheidung, dass wir an diesem Abend noch die Fähre nach Italien nehmen werden. Die Entscheidung war freudig und schmerzhaft zugleich. In ein Land zu fahren und es sogleich wieder zu verlassen fühlte sich irgendwie falsch an. Trotzdem wussten wir, dass es eine gute Entscheidung war, denn so haben wir genügend Zeit um Italien, Sardinien, Spanien und Portugal im Frühling zu erkunden. 
Wir versuchten also den einen Tag in Griechenland so gut es ging zu geniessen. Die Route führte uns vorbei an schönen Küstenabschnitten und durch endlose Orangenplantagen, bis wir schliesslich in wunderschöner Abendstimmung die Hafenstadt „Igoumenitsa“ erreichten. Wir hatten trotz Zeitumstellung noch reichlich Zeit um etwas feines Essen zu gehen und bei einem gutem Glas Wein auf unser Vorhaben anzustossen, Prost!

Mit der Fähre zu fahren ist immer ein Erlebnis. Man steigt am Abend (in diesem Fall eher in der Nacht) ein und erwacht am nächsten Morgen an einem total neuem Ort. Irgendwie mögen wir es uns auf dem Deck einen meist eher schlechten Schlafplatz zu suchen und am nächsten Morgen die Leute zu beobachten die etwa das dreifache bezahlt hatten, um in einer Kabine zu schlafen. Eigentlich hatten wir aber gar nicht so schlecht genächtigt, obwohl die ganze Zeit das Licht blendete und der Fernseher auf Hochtouren lief… ;)

Wir gingen am nächsten morgen also in der Hafenstadt Bari, im Süden Italiens, vom Deck und sprudelten vor Vorfreude auf Italien. Nach einem kurzem Spaziergang durch die härzige Altstadt machten wir bei einem kleinen Geschäft Pause, welches Paninis anboten. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir hier gerade unsere Leibspeise der nächsten Wochen probierten. Der frische Käse, der feine Salami und das selbstgemachte Pesto haute uns fast aus unseren stinkigen Socken. Wir merkten erst jetzt wie sehr wir ein solches Geschmackserlebnis von frischen Produkten im Balkan vermisst hatten und strahlten über beide Ohren. Nachdem wir einige Cappuccini später dann unser süsses Apartment bezogen, gab es eigentlich nur noch eines. Es musste schnellstmöglich eine leckere Pizza her. Diese bekamen wir in einer netten Pizzeria ein paar Strassen weiter, in dem wir um 19.00 Uhr natürlich noch die einzigen waren. An den italienischen Rhythmus müssen wir uns wohl erst noch etwas gewöhnen...

Am nächsten Tag gönnten wir uns bei Regenwetter erst einmal etwas Pause. Ein wenig die Stadt erkunden, Kaffee trinken und Blog schreiben, so geht ein Tag schneller vorbei als man denkt. Bei einem feinen Glas Wein und einem Resten Polenta, (der sich dann beim probieren als Couscous herausstellte ;) planten wir noch ungefähr die nächsten Tage und freuten uns auf Bella Italia!

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Kommentare: 1
  • #1

    Gnom Lordevord (Freitag, 20 Februar 2026 05:06)

    Endlich Pizza Bilder���