Ćiro Trail

Nach den gemütlichen Tagen in Mostar setzten wir unseren Abstecher durch Bosnien und Herzegowina fort. Fast 40 km folgten wir genau demselben Weg auf dem wir gekommen sind und bestaunten einmal mehr den schönen Fluss Neretva mit all seinen wilden Wirbeln und seinen enormen Abfallsammelstellen. Irgendwie ist hier das Abfallproblem noch einmal extremer als es in Kroatien schon war. In den Sträuchern verfangen sich Plastiksäcke, die mit dem Fluss mitschwimmen und an den Strassenrändern werden Verpackungen einfach aus dem Auto geschossen. Echt schade um die extrem schöne Natur, die es hier gibt. Einen geeigneten Schlafplatz an dem fast kein Müll liegt, finden wir aber trotzdem. Bei einer Strandbar am Fluss, die schon etwas länger in der Winterpause zu sein scheint, machen wir es uns gemütlich. 

Am Abend als es schon dunkel war merkten wir, dass noch jemand mit dem Wohnmobil auf den Platz gefahren kam. Wie es sich am nächsten Morgen herausstellte hat uns Lara aus Deutschland und ihr Hund Kalle dabei gar nicht bemerkt. Bevor wir weiterzogen plauderten wir ein bisschen und tauschten unsere Kontakte aus, damit wir uns evtl. später auf der Reise wieder treffen könnten. Sie fährt nämlich schon seit fast zwei Jahren mit Kalle durch Europa und plant den Winter in Griechenland zu verbringen. 

Die nächsten zwei Tage werden wir auf dem Ćiro Trail fahren. Die stillgelegte Schmalspurbahn, aus den Zeiten als das Gebiet noch zu Österreich-Ungarn gehörte, wurde zu einem Fahrradweg umfunktioniert und war für uns somit die perfekte Verbindung zwischen Mostar und Dubrovnik.

Der Morgen startete direkt mit einem anstrengendem aber wunderschönen Anstieg bei dem wir einige Ausblicke auf den Svitavsko See und die umliegenden Berge mitnahmen. Natürlich durfte aber auch hier der Abfall am Strassenrand (wo soll man denn sonst seine Möbel entsorgen?!) nicht fehlen. Einmal oben angekommen konnten wir einfach der alten Trasse folgen und das Tal geniessen. Normalerweise hatten wir im Inland bis jetzt noch nie Probleme um einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Heute war dies aber etwas schwieriger als erwartet, denn abgesehen von kleinen Dörfern gab es nur den Bahntrassenweg. Rechts ging es steil bergauf, links ging es steil bergab. Die einzigen Flächen, die einigermassen gerade waren befanden sich direkt neben der Strasse, meist in Dörfern. Als es schon fast dunkel war blieben wir genau bei solch einer Fläche in einem kleinen Dorf stehen. Nachdem uns dann drei Einheimische mit ihren Autos anhupten (was hier überhaupt nicht Böse gemeint ist sondern eher als nette Begrüssung wahrgenommen werden sollte) entschlossen wir uns also dazu einfach hier im Dorf, direkt neben der Strasse, unser Nachtlager aufzuschlagen.

Das Tal füllte sich nach und nach mit Nebel und wir hatten sogar eine richtig mystische Aussicht.

Die Nacht war abgesehen davon, dass es ziemlich kalt war, erstaunlich ruhig. Kaum Autos und keine Tiere die uns in der Nacht störten. Nachdem der Nebel der Sonne seinen Platz liess, hatten wir sogar wieder warme Füsse. Perfekte Voraussetzungen also um die letzte Etappe in Richtung Dubrovnik auf uns zu nehmen. 


Weiter ging es das schöne Tal hinunter bis wir schliesslich den letzten Gebirgszug vor der Küste und somit auch die Grenze zurück nach Kroatien überquerten. Von weitem schon sehen wir die prächtigen Stadtmauern und freuen uns auf einen Tag in der hochgelobten Stadt.

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