Mostar

Mit den letzten Sonnenstrahlen fuhren wir in Mostar ein. Der erste Blick auf die bekannte Brücke war mit einer tollen Abendstimmung verbunden und ein Sticker als Andenken an der Strassenlaterne durfte natürlich auch nicht fehlen. Der Weg zu unserem Airbnb war einfach zu finden und wir hörten unterwegs bereits das 1.Mal den Gebetsgesang aus den überall verteilten Moscheen und gleichzeitig das Läuten der christlichen Kirchenglocken. Eine faszinierende Mischung, dies so gleichzeitig zu hören. Bosnien und Herzegowina ist nämlich ein Land, indem verschiedene Religionen und Kulturen direkt aufeinander treffen. Mit dem Hintergrund des Bosnienkrieges wurde uns nun auch deutlich, wie im Krieg die beiden Flussseiten von Mostar durch die Zerstörung der Brücke „Stari Most“ getrennt wurden und einst Nachbarn plötzlich zu Feinden auf der gegenüberliegenden Flussseite wurden.

Wir fragten uns immer wieder, ob das Zusammenleben der beiden „Seiten“ wohl wirklich wieder so unbeschwert ist, wie es vor dem Krieg mal war. Mit grossem weiteren Interesse an der Geschichte dieser Region verbrachten wir einen gemütlichen Abend im Airbnb und freuten uns auf das bequeme Bett. 

Am nächsten Morgen schlenderten wir bei Sonnenschein durch die schönen Gassen des Zentrums von Mostar. Vorbei an noch vielen geöffneten Souvenirläden, Kaffees und Restaurants. Auch mal schön zu sehen, wenn trotz Nebensaison noch etwas mehr geöffnet ist. Wir konnten einigen Baklavas nicht wiederstehen und schnausten diese voller Genuss weg. Die Brücke nahmen wir noch etwas genauer unter die Lupe, indem wir ans Ufer der Neretva nach unten gingen und so den Blick nach oben genossen. Auffällig war der sehr hohe Wasserstand des Flusses Neretva, der laut den Einheimischen aber zur typischen Winterflut gehört. So waren doch einige Abfalleimer, Bäume oder Sitzbänke ganz vom Wasser geschluckt worden. Gegen Abend war Martina besonders froh um den Entscheid, noch 2 weitere Nächte zu bleiben, denn ihr Magendarmbereich machte ihr ein wenig Sorgen. 

So war am nächsten Tag zuerst mal Ausruhen angesagt und Mattia ging in ein Kaffee den bosnischen Kaffee ausprobieren. Dieser wird nämlich sehr ähnlich wie türkischer Kaffee zubereitet und liess schon ein wenig den Traum wahr werden, noch etwas mehr östliche Atmosphäre zu verspüren. Am letzten Tag ging es Martina zum Glück schon wieder genug gut, um dem Kriegsmuseum einen Besuch abzustatten. Leider war dies ein grosser Flop, denn wirklich informativ war es nicht. Bereits nach kurzer Zeit wurden uns die vielen brutalen Fotos der Kriegsopfer, das Videomaterial der Massaker und die traurigen Schicksale zu viel und wir waren froh, als wir wieder draussen waren. 

Auf diesen Schreck mussten wir rasch etwas leckeres Essen gehen, was wir in einem wirklich authentischen, kleinen Restaurant taten. Es fühlte sich ein bisschen an, als würden die Grosseltern für einem einen wunderbaren Znachtteller zaubern. So probierten wir 1x Punjene paprike, welches aus mit Fleisch gefüllten Pepperoni und Kartoffelstock bestand und 1x Dolma, welches aus mit Fleisch gefüllten Weinblättern und Kartoffelstock bestand. Dazu reichlich Sauce und Brot. Zum Dessert gönnten wir uns noch je ein Dessert. So gab es 1x in Sirup getränkte Guetzli namens Hurmašica und 1x Pita od Jabuka in Sirup getränkter Apfelstrudel. Beides super süss und lecker. Und das unglaubliche daran, all das zusammen mit 1 Bier und 1 Süssgetränk kostete nur 20 Euro. Wirklich ein wunderbar authentischer Restaurantbesuch gewesen, wobei eine einfache Stube mit 7 Kühlschränken, 3 Uhren und einem Stammtisch mit Einheimischen wohl die treffendere Bezeichnung ist als Restaurant. ;)

So ging unser Aufenthalt in Mostar leider wieder dem Ende zu und wir packten unsere sieben Sachen wieder für die Weiterreise. 

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