Insel Korčula

Nach den erholsamen Tagen in Split freuten wir uns nun wieder auf Outdoor Abenteuer auf den bevorstehenden Inseln. Mit der Fähre fuhren wir bei Sonnenschein 3h weit hinaus auf die Insel Korčula. Das Einfahren der Fähre in den Hafen des kleinen Küstendörfchens Vela Luka war ein bisschen unreal, denn die übergross wirkende Fähre kehrte im Hafenbecken und ragte fast vom einen zum anderen Buchtende. In Vela Luka genossen wir die wärmenden Sonnenstrahlen zuerst einmal in einem Restaurant, wo wir uns an einen Fisch zu Zweit wagten. Schon cool wenn man so direkt vom Meer einen Fischteller geniessen kann. Nach einem Kaffee und einer Spielrunde waren wir bereit uns einen Schlafplatz zu suchen.

Zuerst etwas hoch auf den Hügel Richtung Olivenhaine, vielleicht finden wir da einen passenden Platz. Wir liessen uns bei der Suche etwas mehr Zeit als sonst und es lohnte sich auch. Bei unserem Auskundschaftungsspaziergang entdeckten wir einen aufsteigenden Rauchqualm, was oft bedeutet, dass da ein Olivenbauer noch am Äste schneiden und verbrennen ist. Und so war es auch. Wir trafen auf einen freundlich wirkenden Arbeiter, welchem wir mit Google Translator unser Vorhaben mit der Schlafplatzsuche erklärten. Zuerst lehnte er freundlich ab, dass hier normalerweise kein Camping sei und wir doch zum Touristenbüro für den nächsten Camping fragen sollen. Doch mit etwas Abwarten und weiterer Nachfrage zückte er plötzlich sein Handy und machte ein kurzes Telefonat. Vermutlich kurz den Besitzer des Olivenheins fragen und schon winkte er uns freudig zu, dass wir hier neben dem kleinen Steinhaus unser Zelt aufschlagen dürfen. Erleichtert und freudig nahmen wir dieses Angebot sehr gerne an und machten uns gleich ans Aufstellen des Zeltes. Wir genossen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen und entdeckten am späteren Abend noch die Glut des riesen Aschehaufens, welcher ebenfalls noch tolle Restwärme abgab für unsere etwas kaltgewordenen Füsse und Beine. Die Nacht war gut über die Runde gegangen und am Morgen hiess es fleissig das nasse Zelt und die Mätteli etwas in der Morgensonne zu trocknen. Den Morgen genossen wir mal wieder so richtig bei leckerem Frühstück und Kaffee aus unserer geliebten Bialetti. Dies konnten wir so entspannt tun, da wir bereits wussten, dass in nur 10 km unsere nächster Warmshower Aufenthalt auf uns wartete.

So konnten wir uns bei der Nachmittagsfahrt richtig Zeit lassen, die abwechslungsreiche Landschaft bestaunen und vorallem einen wunderbaren Sonnenuntergang kurz vor den Serpetinen runter zum Haus von Jana und Peter geniessen.

Mit dem Eindunkeln kamen wir auch beim Haus an und stauten nicht schlecht, als da zwei bepackte Reisefahrräder an der Hauswand standen und zwei junge Bikepacker uns freudig begrüssten. Wir mussten doch gleich nachfragen, ob sie nun unsere Gastgeber sind oder auch Gäste. Lachend winkten sie ab und erzählten uns, dass sie auch soeben angereist waren und wir nun zu Viert die Gäste von Jana und Peter sein dürfen. Und da kamen die Beiden auch schon um die Ecke und begrüssten uns ebenfalls herzlich. Die Frage, ob sie denn nun für uns alle 4 genug Platz haben, erübrigte sich rasch, als uns Jana eine komplettes Apartement im unteren Teil des Hauses am Meer zur Verfügung stellte. Was für ein Geschenk! Wir genossen zuerst eine warme Dusche und den wunderbaren Blick auf die schöne Bucht, bevor wir in der Wohnung von Jana und Peter erwartet wurden. In der gemütlichen Stube durften wir gemeinsam mit den andern beiden Fahrradreisenden das frisch gekochte Abendessen von Jana geniessen. Wir genossen die Gesellschaft sehr und es fühlte sich ein wenig an wie wenn man zuhause am Familientisch sitzten würde. Viele spannende Geschichten durften wir austauschen, denn "Jos" und "Snow" (die andern beiden Radreisenden) sind bereits schon seit letztem April unterwegs durch Europa. Unsere Gastgeber Peter und Jana verbringen eigentlich schon ihr ganzes Leben mit Radreisen und sind z.B. erst letzten Sommer mit zwei Tandems durch die USA geradelt. Ein Trip von Paris nach Sydney ist gerade in Planung... Da kamen wir mit unseren bescheidenen vier Monaten Reisezeit so ziemlich klein vor ;)

Mit vielen inspirierenden Geschichten im Bauch freuten wir uns auf das bequeme Bett und auf den kommenden Tag.

Nachdem wir erstmal ohne überhaupt einen Fuss aus der Wohnung zu setzten zu müssen den Sonnenaufgang genossen hatten, genossen wir unseren Morgenkaffee direkt am Meer in Gesellschaft eines Seesternes. Schon bald waren alle wieder versammelt und Peter bot uns netterweise seine Hilfe an um all unsere Fahrräder wieder auf Vordermann zu bringen. Da sich die letzten Tage bei Martinas Schaltung einige Problemchen einschlichen kam dies für uns gerade gut gelegen. Am Nachmittag machten wir mit Jos und Snow einen Ausflug in eine nahe gelegene, versteckte Bucht um vielleicht einen Blick auf den Sonnenuntergang zu erhaschen. Wie eigentlich überall war aber leider auch bei diesem Strand so ziemlich viel Müll anzutreffen. Extrem Schade um all diese schönen Orte und unglaublich was sich hier so ansammelt.

Nach einem schönen Sonnenuntergang und einem abenteuerlichen Heimweg wurden wir einmal mehr von unseren Gastgebern in der warmen Stube erwartet. Einen weiteren Abend durften wir viele interessante Geschichten hören und wir sahen uns sogar einen Film zur vorher erwähnten Amerika-Reise an. 

Wir genossen nochmals das bequeme Bett für die letzte Nacht und auch der Sonnenaufgang am Morgen war erneut wunderschön zu sehen. Die Sonnenstrahlen wärmten so schön, dass wir uns sogar überlegten einen kurzen Sprung ins glasklare Wasser zu wagen. Zusammen mit Jos nahmen wir unseren ganzen Mut zusammen und wagten den Sprung an den Seeigeln vorbei ins doch noch sehr erfrischende Wasser! Aber herrlich wars! 

Danach hiess es für uns alle 4 auch schon Sachen fertig zusammenpacken und dem tollen Gastgeberpaar Tschüss sagen. Ein gemeinsames Abschiedsfoto durfte natürlich nicht fehlen.

Snows Weg trennte sich schon kurz nach dem Aufstieg hoch zur Hauptstrasse, hingegen genossen wir mit Jos noch einige gemeinsame Kilometer an der schönen und aussichtsreichen Küstenstrasse. Nach dem gemeinsamen Mittagessen trennten sich dann auch unsere Wege wieder. Wir blieben nämlich noch eine letzte Nacht auf der Insel und Jos zog es schon weiter.

Wir nutzten den selben Zeltspot, den uns Snow empfohlen hatte. Steil bergab gings zu einer schönen, leeren Bucht, wo wir das Zelt direkt am Meer aufschlagen konnten. Unter dem Sternenhimmel spielten wir noch ein Spiel und kochten gemütlich. Mit Meeresrauschen in den Ohren gings dann schon bald Schlafen.

Am nächsten Morgen gabs Frühstück und Zelt trocknen in der Sonne. Wir fürchteten uns ein wenig vom Aufstieg, denn all die Höhenmeter, welche wir am Abend zuvor runter flitzen konnten, mussten wir uns wieder hochkämpfen. Und es war wirklich ein langer Kampf, denn die Strasse wollte und wollte nicht enden. Dafür war die Aussicht oben noch für ein letztes Mal zurück auf die Küste der Insel Korcula wunderschön. Unser Ziel für den nächsten Morgen war das gleichnamige Küstenstädtchen Korčula auf der anderen Seite der Insel. Deswegen suchten wir uns erneut einen Wildcampingspot, diesmal nicht in einer Bucht sondern ganz zweckmässig neben einer Baustelle etwas versteckt in einer Ausbuchtung einer alten Strasse. Nicht unser Lieblingsspot, aber Zweck erfüllt. Bereits früh morgens wachten wir von den Strassengeräuschen neben an auf und auch die Baustelle machte bereits ordentlich Lärm. Schnell zusammenpacken und ins Städtchen Korcula runterflitzen. Dort genossen wir in der Morgensonne ein leckeres Frühstück von unser Beck des Vertrauens (Danke Mlinar!), schlenderten anschliessend etwas durch die schmalen Gassen der sehr härzigen Altstadt. Auch eine ausgiebige Kaffepause durfte nicht fehlen, denn wir hatten genügend Zeit bis wir in ein paar Stunden die Fähre auf die nächste Halbinsel erwischen müssen. 

Mit tipptoppem Timing kamen wir beim Fährehafen an und freuten uns auf schöne Ausblicke vom Wasser aus und vorallem auf die aufgesparten Zweifelchips! Nach der kurzen Überfahrt wartete schon der nächste Aufstieg auf uns. Mit Serpetinen ging es hoch über den Hügel, um auf der anderen Inselseite am nächsten Tag wieder eine nächste Fähre zu nehmen. Die Ausblicke während der Route über diesen Hügel waren beeindruckend. Mit den letzen Sonnenstrahlen stand dann auch die lange Abfahrt bevor, bei der die Kälte der Nordseite und den Fahrtwind uns bis auf die Knochen auskühlen liess. Vergebens suchten wir auch nach einem offenen Kaffee, um uns kurz aufzuwärmen… Unser Schlafplatz war nämlich schon organisiert. Wir durften uns auf einem eigentlich bereits geschlossenen Campingplatz einquartieren. 

Lage top, 1 offenes WC top, Schattenloch mit Kälte, leider ein flop.

Die Nacht war gezeichnet von vielen wachen Momenten, sei das wegen des eiszapfenkalten Klimas im Zelt und dem Schlafsack oder auch dem sehr nahe klingenden Schakalgeheule. Naja, es war sowieso eine kurze Nacht, denn unser Wecker klingelte bereits um 05:15 Uhr. Unser Plan war es, die 1. Fähre um 06:40 Uhr zu erwischen, welche uns wieder zurück aufs Festland bringt. Ganz ausgekühlt war die Motivation natürlich gross, möglichst rasch auf die Fähre zu kommen, um uns da wieder ein wenig aufzuwärmen. 

Ganz zu unserem Enttäuschen stand da in der Dunkelheit leider eher ein Montagsmodell einer Fähre bereit!

Kein einziger wärmender Innenbereich, sondern eine weitere Stunde bitterer Morgenkälte ausgesetzt. 

So fieberten wir etwas im Windschatten einer Aussentüre dem Sonnenaufgang entgegen, bis die ersten Sonnenstrahlen auftauchten. Doch die wärmten jedoch noch sehr sanft so früh am Morgen. So richtig warm wurde es uns erst wieder in einem Kaffee in der Nähe des Ankunftshafens, wo wir unsere Pläne für den geplanten Ausschwenker nach Bosnien- Herzegowina schmiedeten. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Wot au det äne (Mittwoch, 31 Dezember 2025 00:33)

    Wunderschöne Bilder�