Nach einer kurzen Stärkung am Morgenbuffet startete unsere letzte Etappe vor der adriatischen Küste. Wir wollten unbedingt früh in der nächsten Stadt Zadar ankommen, weil am Nachmittag starke Winde vorausgesagt waren. Bevor wir aber so richtig in die Pedale traten um Kilometer zu machen, genossen wir natürlich auch noch die schöne Landschaften der etwas unwirklichen Natur die sich uns rund um den Canyon bot. Irgendwie ein totaler Gegensatz zu all dem was wir in den letzten Monaten gesehen haben. Erst recht zu der Winterlandschaft die wir die letzten Tage bestaunten. Anstelle der verschneiten Wäldern und Wiesen beobachteten wir plötzlich Kakteen in der steppenähnlichen Ebene die umgeben war vom steinigen Velebit-Gebirge.
Nachdem wir am Nachmittag unser AirBnb in der schönen Altstadt von Zadar bezogen hatten, machten wir uns erstmal auf den Weg um den frisch eröffneten Weihnachtsmarkt zu besuchen. Während es aus Kübeln regnete, genossen wir den wärmenden Glühwein und freuten uns über die Gesellschaft eines Büsis. Später am Abend schauten wir uns zuhause noch den Film Winnetou an. Dieser wurde nämlich in der Gegend des Canyons und bei den Plitvicer Seen gedreht.
Weil der kommende Tag wortwörtlich etwas ins Wasser viel, entschieden wir uns eine Nacht länger in Zadar zu bleiben. Wir verbrachten den Tag mit Käffele, Lädele und Museumsbesuchen. Nachdem wir auch jeden Winkel der überschaubaren Altstadt am Meer erkundet hatten, gönnten wir uns am Abend eine Pizza im Restaurant. Und natürlich einen Glühwein beim Glühweinstand unseres Vertrauens ;)
Nach einer regnerischen Nacht sollte das Wetter am nächsten Tag etwas besser werden. So schwungen wir uns voller Vorfreude auf unsere Drahtesel und machten uns auf den Weg, der Küste entlang, in Richtung Fährhafen. Die heutige Route führt uns über die nahe gelegenen Inseln Ugljan und Pašman. Grosse Teile der Strecke führten uns direkt an der Küste vorbei an schönen Buchten und härzigen Örtchen. Viele dieser Orte waren jedoch ziemlich ausgestorben. Die Touristenmassen sind schon länger nicht mehr hier und die Apartments und Ferienanlagen stehen über die Wintermonate leer. Trotzdem begegneten wir immer mal wieder Einheimischen die jedoch vorallem damit beschäftigt waren die Unterkünfte für die Gäste in den Sommermonaten auf Vordermann zu bringen. Besonders schön finden wir die Anblicke der eingewinterten Schiffe an Land, die oft auf improvisierten Pfählen ruhen. Nicht selten kommt es vor, dass eines der Schiffe in der Einfahrt oder im Garten der Häuser die winterliche Ruhe geniesst.
Weil die Wetterlage aufgrund des starken Windes zurzeit eher etwas schwierig ist, waren wir einmal mehr gezwungen um am nächsten Tag einen Pausentag einzulegen. Wir hatten uns also noch etwas zu gedulden bis wir unsere kuscheligen Schlafsäcke und das gemütliche Zelt endlich wieder auspacken durften. So schifften wir mit der Fähre wieder in einen sicheren Hafen und fanden im Dorf Pakoštane eine nette Unterkunft um am nächsten Tag Mattias Geburtstag, geschützt vom Wind, gemütlich anzugehen.
An Mattias Geburtstag waren wir also quasi gezwungen um viel zu Käffelen und zu entspannen… schön blöd… ;)
Ausserdem nutzten wir die Fährverbindung um die Küste einer nahe gelegene Insel etwas zu erkunden. Den ganzen Tag freute sich Mattia auf ein fischlastiges Abendessen im Restaurant. Beim Restaurant angekommen mussten wir jedoch zähneknirschend feststellen, dass das Winterangebot hier wohl nicht mehr so ausgewogen zu sein scheint wie im Sommer. Nach langer Suche eines offenen Restaurants, bei dem wir zeitgleich auch das härzige Örtchen noch etwas genauer entdeckten, fanden wir dann doch noch ein authentisches Lokal, welches Menus für die Arbeiter kocht. So genossen wir anstelle des erhofften Fisches ein preiswertes Menu zu dem wir natürlich auch positiv gestimmt waren. Den Abend liessen wir mit einem (grossen) Glas Wein und einer grosszügigen Spielrunde ausklingen.
Auf den nächsten Tag freuten wir uns besonders, denn endlich wurde das Wetter besser. Nachdem wir nun fast zwei Wochen in AirBnb´s und Hotelzimmer verbracht hatten, konnten wir endlich wieder eine Nacht in unserem geliebten Zelt Winkelried verbringen. Bevor wir aber losfuhren genossen wir eine gemütliche Stunde, Cappuccino trinkend am Meer. Was zu einem solch schönen Tag natürlich auch nicht fehlen darf, ist das wohltuende Büsistreicheln vor dem Supermarket. Unglaublich wie viele Katzen hier unterwegs sind. Ganz zu Martinas Freude war die eine Katze sogar so zutraulich, dass sie kurzerhand beschloss bei Martina auf die Schulter zu sitzen.
Einige Kuscheleinheiten später machten wir uns auf um zum nahe gelegenen Zeltplatz zu fahren. Über Warmshowers haben wir einen Zeltpltz, direkt am Meer gefunden. Wegen des immer noch starken Windes war der Zeltplatz zwischen den dicken Sträuchern wunderbar gelegen und wir konnten uns auf eine ruhige Nacht freuen. Der Küstenabschnitt an dem sich der kleine Platz befand war wunderschön und wenn es etwas wärmer wäre der perfekte Badespot. Das Baden muss wohl noch auf den Frühling warten, aber zum Muscheln sammeln und Sonnenuntergang geniessen ist es auch jetzt noch genügend warm. :)
Etappenziel am nächsten Tag war die schöne Küstenstadt Šibenik. Der Weg dahin führte uns wie so oft direkt an der Küste entlang und wir genossen die Sonne die den Asphalt angenehm wärmte. Einen etwas längeren Kaffeehalt machten wir auch im schönen Örtchen Tribunj. Nachdem wir die schönen Gassen erkundet hatten, setzten wir uns an das glitzernde Meer und genossen die Sonne. Wenn man dann plötzlich im T-shirt am Ufer sitzt, wirkt es fast ein bisschen surreal, dass wir vor einer Woche noch bei 20 cm Schnee Mailänderli gebacken hatten. Der Fakt dass wir wahrscheinlich doch noch etwas länger der Mittelmeerküste entlangfahren werden, liess uns voller Vorfreude, wieder in die Pedale strampelnd, in Richtung Šibenik gleiten.







































































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