Nach den Tagen im Airbnb in Zagreb freuten wir uns wieder darauf, einen nächsten Zeltplatz zu suchen. Mit der Hilfe von Parkfornight fanden wir einen Stellplatz an einem Fluss. Da stand doch tatsächlich schon ein Camper. Doch von den Besitzenden noch keine Spur, so dachten wir doch eher, dass dieser aktuell wohl nicht bewohnt wird. Doch es ging nicht all zu lange und ein Auto fuhr zu. Es stiegen zwei freundliche Gesichter aus, welche uns kurzerhand fragten, ob wir auch ein Glas Wein oder einen Kaffee möchten. Diese spontane Einladung nahmen wir natürlich gerne an. Wir verbrachten zu Viert einen ganz gemütlichen Abend, wo wir uns über allerlei austauschen konnten. Da sie Locals waren, löcherten wir sie gerne auch mit Fragen zur Region, Kultur und Lieblingsorten in Kroatien. Aus einem Glas Wein wurdens dann auch zwei, drei mehr und wir durften sogar mit ihnen zusammen Abendessen. Es gab leckere, überbackene Fajitasrollen, Suppe und Salat. Was für ein wunderbares 3-Gang Menü in guter Gesellschaft! Auch zum Frühstück durfte das gemeinsame Kaffee nicht fehlen und es fiel uns gar nicht so einfach, wieder aufzubrechen. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf in Richtung nächst grössere Stadt namens Karlovac.
Dort buchten wir aufgrund Sturmwarnung mit viel angesagtem Wind ein weiteres Airbnb. Da das ganze Zimmer leider mit Ameisen befallen war, waren wir froh einfach für einen Kaffee-Tag in die Stadt zu gehen. Der Spaziergang führte uns vorbei an sehr vielen stark beschossenen Gebäuden, welche die Spuren des Balkankrieges noch immer deutlich zeigen. Es bleibt uns ein Rätsel, weshalb die Einschusslöcher so belassen werden… Zurück im Airbnb kochten wir uns eine leckere Gerstensuppe und flüchteten bald vor den Ameisen unter die Bettdecke.
Am nächsten Morgen waren wir gespannt auf den ersten Blick nach draussen, denn wir vermuten aufgrund den kalten Temperaturen den ersten Schnee zu erspähen. Und so war es auch, ein kleines „Schüüümli“ hat es tatsächlich schon gegeben. Da es inzwischen aber wieder regnete hiess es für uns ab in die Regenmontur und rasch in die Pedale trampen um warm zu kriegen. Der Tag unterwegs war etwas besonderes. An den Strassenrändern, auf den Fenstersimsen und bei Gedenkstätten erinnerten überall Kerzen an die Opfer des Heimatlandkrieges und dem grossen Massaker von Vukovar 1991. Das machte uns auch mitbetroffen, wenn wir bedenken wie viele der Bewohnenden der Dörfer ihre Söhne, Eltern und Bekannte verloren haben. Und das alles nicht viel länger als 30 Jahre her ist…Die Wetterstimmung, die Kälte und Nässe passte irgendwie alles dazu. Noch passender wurde es, als sich Knirps (das Fahrrad von Martina) den ersten platten Reifen holte. Bei eisiger Kälte galt es nun Ernst und der erste Schlauch musste gewechselt werden. Geschafft, die Plattentaufe ist offiziell bestanden! Mit neu gepumpten Reifen führte uns die Route weiter Richtung unseren nächsten Wildcamping Spot.
Dieser führte uns an einen Fluss hinunter. (So unglaublich steil, dass wir uns schon fragten, wie wir wohl am nächsten Morgen da wieder hochkommen würden…) Der Spot war trotz Regen und Kälte sehr schön direkt neben einem rauschenden Fluss, bei dem nur ganz gemütlich ein Schwanenpaar seine Runden drehte. Das Aufwachen am Morgen war früh und sehr kalt, denn wir wollten möglichst rasch ohne den grossen Niederschlag zu erwischen (es muss mit Schnee gerechnet werden in den höheren Lagen) weiter Richtung Nationalpark mit den berühmten Plitvicer Seen kommen. Unser Weg führte vorbei an einem sehr härzigen Mühledorf, welches von Wasserfällen und kleinen Bächli umgeben ist. In diesem kleinen Dorf erwischten wir auch noch einen wärmenden Kaffee in einem kleinen Lokal und waren gestärkt für den kommenden Anstieg bis hoch zum Nationalpark. Noch bevor es richtig anfing zu schütten, schafften wir es zu unserem gebuchten Airbnb nur 20 Min. entfernt vom Eingang des Nationalparks.




























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