Bei strahlendem Sonnenschein ging unsere Route weiter aufs hügelige Land, wo wir schöne Weitblicke genossen. Wir freuten uns sehr, nun wieder einmal Winkelried auszupacken und eine Nacht irgendwo wild zu zelten. Für das boten sich auf dem einen Hügel besonders die Weinberge an. Wir entdeckten auch gerade einen Arbeiter inmitten der schon zu Ende gegangenen Reben, den wir kurzerhand fragten. Sein Englisch war jedoch etwas in die Jahre gekommen, denn er dachte nach mehrmaligem Wiederholen immer noch, dass wir ein Appartment suchen. So hilfsbereit wie er war, telefonierte er wohl im ganzen Dorf, wer noch Platz haben könnte für uns. Doch alle waren schon ausgebucht oder bereits geschlossen. Noch ein letztes Mal versuchten wir ihm mit Handzeichen klarzumachen, dass wir nur eine Wiese für unser Zelt suchen und gar kein Appartment brauchen. Es schien endlich Klick zu machen, denn er zeigte plötzlich voller Freude, dass es hier überall möglich sei, das Zelt aufzustellen. So verabschiedeten wir uns von ihm und gingen Richtung Waldrand ein Plätzchen suchen. Kurz bevor wir das Zelt ausbreiten wollten, näherte sich uns ein Pick Up mit 3 grinsenden Jägern drinnen. Der Fahrer konnte sogar ein bisschen Deutsch und erklärte uns: „Nicht gut hier, Jagd! Aber 100m weiter unten, gut.“ Froh über den Hinweis verlegten wir unser Nachtlager etwas weiter unten neben die Rebberge.
Am Morgen freuten wir uns schon auf die anstehende Abfahrt und die Strecke zu unserem nächsten Wildcamping-Spot. Mit Hilfe der App „Park for 1 Night“ entdeckten wir ein ruhiges Plätzchen an einem See. In der Nacht wurde die Ruhe jedoch mehrmals von erstaunlich nahen Lauten der Goldschakale gestört. Da mussten wir doch mehrmals Googeln, ob die wolfsähnlichen Tiere wirklich harmlos für den Menschen sind. Und das sind sie tatsächlich. Eigentlich ganz scheue Wesen, die einfach gerne ganz undefinierte Laute von sich geben. Ein Gemisch aus Schreien, Heulen und Weinen.
Bereits in den frühen Morgenstunden meinte es Petrus nicht ganz so nett mit uns und es fing ordentlich an zu regnen. Ein klarer Fall für einfach noch etwas länger im Schlafsack liegen bleiben. :) Als sich der Regen etwas legte und wir inzwischen sogar die Zusage für das nächste Warmshower-Zuhause bekamen, machten wir uns auf den Weg ins Dorf Balatonfüzfö direkt am Balatonsee gelegen. Wir erhaschten bei der Hinfahrt immer mal wieder einen Blick auf den riesigen Balatonsee und kamen direkt bei Sonnenuntergang im Dorf an. Eine wunderschöne Abendstimmung mit ein bisschen Meerfeeling!
Der Weg zu Bea und Imre war nicht mehr weit und wir wurden herzlich empfangen. Die Beiden zogen 8 Kinder gross und hatten nun genügend Platz und Freude daran, via Warmshowers Gäste zu beherbergen. Wir assen zusammen Abendessen, plauderten viel auf Englisch und Deutsch und durften im ehemaligen Jungszimmer auf wunderbar bequemen Betten schlafen. Die Beiden boten uns sogar an, für die nächste Nacht auf dem Grundstück ihrer Weinberge unser Zelt aufzuschlagen. Dieses liebe Angebot nahmen wir natürlich gerne an und freuten uns auf die hügelige Landschaft oberhalb des Balatonsees. Nach der warmen Dusche fielen wir sehr müde ins Bett. Am nächsten Morgen gings auch für uns früh aus den Federn, denn wir verliessen gleich mit Bea das Haus, als sie zur Arbeit ging.
Wir wussten ja jetzt wos lang geht, auf in die hügelige Gegend oberhalb des Sees und zwar nach Vaszoly. Aber zuerst noch ein Kaffee, denn dafür hatten wir ja jetzt genügend Zeit, wenn wir so früh unterwegs waren. Die anschliessende Fahrt war abwechslungsreich hoch und runter und führte uns durch viele kleine Dörfer. Beim besagten Weinberg angekommen konnten wir wunderbar noch die wärmende Abendsonne im Hausecken geniessen und auch der Sonnenuntergang mit perfekter Aussicht auf den Balatonsee liesen wir uns nicht entgehen. Die Nacht war zwar kühl, da es klar und Vollmond war, aber dafür lohnte es sich auch am Morgen bei Zeiten aufzustehen für den Sonnenaufgang. Auch dieser war wieder herrlich! Und es hat schon auch ein grosser Vorteil früh unterwegs zu sein. Denn als wir unsere Drahtesel wieder gesattelt hatten und uns auf die brausende Abfahrt freuten, lagen doch 2 wunderbare Cafés am Weg, bei denen ein Kaffeestopp nicht fehlen durfte. Gestärkt von den Kaffee meisterten wir Hügel für Hügel und konnten sogar noch einen Fuchs hautnah beobachten. Dieser war nämlich gerade auf Mäusejagd und an uns ganz und gar nicht interessiert. So nah und lange einem Fuchs zu zusehen gefiel uns sehr. Doch zu lange durften wir auch nicht verweilen, denn wir wollten noch vor dem Eindunkeln bei unserer nächsten Warmshower- Einladung ankommen. Dies klappte super vom Timing, denn während der Golden Hour fuhren wir an den imposanten Vulkanhügeln bis zu Fridas Zuhause. Von ihrem Hund Sisu und ihr wurden wir freundlich in Empfang genommen. Frida zeigte uns gleich ihr kleines Häuschen und den Zeltplatz im Vorgarten. Wir fühlten uns sofort wie zu Hause. Beim gemeinsamen Abendessen hatten wir uns unglaublich viel zu erzählem, denn Frida hat schon ganz viele spannende Reiseabenteuer erlebt. Sie war mit ihrem Fahrrad schon in Asien, Indien, Südamerika und weit im Osten unterwegs.
Die Nacht im Zelt war eine der wärmsten bisher, denn Frida borgte uns ihre dicke Wolldecke. :) Gestärkt durch ein leckeres Porridge am Morgen machten wir uns auf den Weg auf die von Frida empfohlenen Route.








































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