Donau

Mit toll ausgebauten Velowegen über Land startete unser Abenteuer für die Strecke nach Budapest. Als wir die Donau das erste Mal erblickten, wussten wir, jetzt sind wir auf Kurs. Der in der Hochsaison wohl sehr rege befahrene Donauuferweg zeigte sich bei uns im schönen Herbstkleid mit sehr wenig Velotouristen. So sausten wir herrlich der Donau entlang und genossen den Blick aufs andere Ufer, wo sich zwischendurch auch mal eine imposante Burg auf einem Hügel im Sonnenlicht präsentierte. Das Velo rollte gut und wir kamen noch vor Abenddämmerung an unserem geplanten Zielort an. 

Und zwar war dies ein Camping, bei dem wir zuvor telefonisch aklärten, ob er wirklich noch geöffnet hat. Der Campingbesitzer bestätigte uns dies freundlich. Aber anstatt von einem Besitzer in Empfang genommen zu werden, wartete da ein ganzer Streichelzoo auf uns. Eingangs des Platzes hatte es neben Kühen auch Gänse, freilaufende Ziegen, Hasen und Pferde. Und ganz zu Martinas entzücken auch 3 härzige Büsis, welche gleich auf uns zu gezottelt kamen. Bevor es ganz dunkel wurde, stellten wir unser Zelt an diesem schönen Platz auf, welcher direkt an der Donau gelegen ist. Es ging nicht lange und das erste Büsi steckte gwunderig den Kopf in unser Zelt. Da es draussen schon stockdunkel war und uns um 17:00 nicht mehr viel anderes übrig blieb als auch ins Zelt zu kriechen, genossen wir die Kuschelzeit mit den inzwischen 3 Büsis im Zelt sehr. Kurz vor dem Einschlafen dachten wir uns, es wäre vielleicht doch besser die Katzen über Nacht nach draussen zu tun, damit sie frei herumtollen können und nicht ausversehen ihr Geschäft in eine Zeltecke verrichten. Doch dieser Versuch scheiterte kläglich, denn bei geschlossenen Zelteingängen versuchten die 3 Schlitzohren mit Hüpfversuchen aufs Innenzelt wieder ins Trockene zu gelangen. So entschieden wir uns rasch, die Katzen wieder reinzulassen und ihnen an unseren Füssen ein kleines Schlafgemach aus unseren Jacken einzurichten. Dies klappte erstaunlich gut und die 3 schliefen dicht eingekuschelt nebeneinander ein. Bis so gegen halb 4 am Morgen sanfte Pfötchen des kleinsten Büsis über Martinas Schlafsack huschten und das kleine Büsi sich direkt in der Kaputze des Schlafsacks gemütlich einrollte. Sozusagen direkt neben der Wange von Martina. Beide genossen dies sichtlich. Gegen 6 Uhr morgens kuschelten sich dann auch noch die andere 2 Büsis bei Mattia in den Schlafsack, denn der erste Versuch sie vom Eindringen in den Schlafsack abzuhalten, scheiterte rasch.  Sie waren einfach zu härzig, um ihnen nicht ein Plätzchen frei zu machen in der wohligen Wärme des Schlafsacks.

So gab es am morgen früh nochmals eine ausgiebige Kuschelrunde. Schwerenherzens und gar nicht zur Freude der Büsis, mussten wir am Morgen wieder alles zusammenpacken und für die Weiterreise bereit machen. Tschüss sagen viel auch uns nicht einfach, denn am liebsten hätten wir alle 3 eingepackt und mitgenommen. Der Besitzer des Campings erblickten wir übrigens nie, somit eine Gratis- Nacht mehr auf dem Konto. 

Voller Vorfreude auf Budapest gings zügig weiter der Donau entlang. Die letzten Kilometer vor Einfahrt ins Stadtzentrum Budapest zogen sich noch ordentlich, denn das Vorstadtsgebiet wollte und wollte nicht aufhören. Umso belohnender der Anblick des imposanten Parlamentsgebäude aus der Ferne. Budapest, wir kommen! 

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Kommentare: 1
  • #1

    Thorsten (Sonntag, 09 November 2025 06:38)

    Hoj zäme,

    schoen, wieder von Euch zu lesen! Diese Geschichte mit den Kaetzli ist ja wirklich entzueckend und so gut nachvollziehbar fuer mich, hatte ich doch aehnliches auf meiner Skandinavientour erlebt, als ich auf einem Bauernhof in Norwegen im Heu uebernachtete: nicht aus dem warmen kuscheligen Schlafsack zu verbannen gewesen :-) Das wichtigste auf solchen Reisen sind doch stets die Begegnungen, gell? Alles andere, die Landschaft, die Staedte, wiederholen sich mehr oder weniger, die Berge, die Kirchen, die Brunnen aehneln sich, und schaut man sie sich nach Jahren nochmals an, man mag sich nicht erinnern, welcher Stadt, welcher Gegend sie zuzuordnen sind. Aber die Gesichter und die dazu gehoerigen Geschichten bleiben im Sinn und lebendig, so wie bei mir diese kleine Katze im Schlafsack :-) Auch Ihr werdet mir noch lange in Erinnerung bleiben!
    Heute gab es bei mir Rösti, da musste ich unweigerlich auch an Euch denken und so guckte ich sogleich, ob es wohl endlich einen weiteren Teil Eurer Reisebeschreibung geben wuerde - und siehe da: es gibt ihn :-)

    Ich wuensche Euch weiterhin alles Gute fuer die weitere Reise!

    Immer eine Hand am Lenker lassen ;-)

    Herzlichst Thorsten