Slowakei

Der heutige Abschnitt führte uns durch kleine Dörfer, welche mit ihren quer über die Strassen verlaufenden Stromleitungen viel Charme hatten. Unser Tagesziel war das Erreichen des Städtchens Banska Bistryca, denn da konnten wir uns durch die Plattform Warmshowers eine Übernachtung organisieren. Juuhui, das erste Mal das es funktionierte. Also indirekt :). Die nette Familie, welche wir angeschrieben hatten, konnte uns zwar nicht selber beherbergen, aber sie haben uns den Kontakt ihrer Nachbarsfamilie weitergeleitet. Diese seien selber auch gerne auf Reisen und freuen sich darauf, uns kennenzulernen. So waren wir ganz gespannt, was uns bei dieser Familie zu Hause erwarten wird. Als wir im Quartier ankamen, warteten beide Familien bereits neben dem Spielplatz auf uns. Bei der einen Familie konnten wir die Velos in ihren Keller stellen und die andere Familie führte uns einen Block weiter zu ihrer Wohnung. Wir durften uns im Kinderspielzimmer einquartieren.

Die Familie nahm uns ganz herzlich auf und wir fühlten uns gleich wie zu Hause. Wir assen gemeinsam Abendessen und mit den mitgebrachten Kinderschoggieier punkteten wir auch gleich bei den beiden Kids. Es war spannend, was wir uns alles zu erzählen hatten. Und für den Papa der Familie auch gleich sehr gutes Englisch Training, denn er ist aus beruflichem Interesse seit kurzem intensiv am Englisch lernen. Der Abend verging wie im Flug und wir fielen müde ins Bett. 

Am nächsten Tag empfahl uns die Familie, doch unbedingt noch die Stadt anschauen zu gehen. Sie baten uns auch an, es wäre problemlos möglich noch eine weitere Nacht zu bleiben. Dieses nette Angebot nahmen wir gerne an, denn so stand einem Sightseeing- und Kaffeetag in der Altstadt von Banská Bystrica nichts mehr im Wege. Wir genossen den Auszeit-Tag sehr und kamen rechtzeitig wieder zurück in die Wohnung, um das versprochene Schweizer Znacht vorzubereiten. Die Küche wurde uns freudig übergeben und wir kochten mit Leidenschaft Älplermageronen und Apfelmus. Diese wurden auf beiden Seiten genussvoll verspiesen. :) Um der Familie auch beim Frühstück dann etwas typisch schweizerisches zu zeigen, machten wir mit Hilfe eifriger Kinderfinger zusammen einen leckeren Zopf. Natürlich durfte auch das gemeinsame Teigschnausen nicht fehlen, denn das funktionierte auch mit kleiner Sprachbarriere ganz gut. :) 

Am nächsten Tag hiess es dann leider schon wieder Tschüss sagen. Wir haben das vorübergehende Zuhause bei Denisa, Erik, Dorotka und Jonáš + (Hund Zofia) sehr genossen. Und als wäre das nicht schon genug wundervolle Gastfreundschaft, vertrauten sie uns für die Weiterreise noch eine nächste Übernachtungsmöglichkeit an. Wir durften sogar einfach noch eine Nacht in ihrer Ferienwohnung in Banská Štiavnica übernachten, welches auf unserer angepeilten Route lag. Merci nochmals für alles! Auch das Tschüss-Kaffee bei Ewit (die Familie welche uns die Übernachtungsmöglichkeit organisierte) war nebst absolut leckerem Espresso vollgepackt mit inspirierenden Geschichten von vergangenen Reiseabenteuern. Ein Eintrag in ihr Gästebuch rundete den Besuch bei den beiden tollen Familien ab. 

Nun waren wir startklar für die Etappe ins nahegelegene Bergdorf.  

Das für den Abbau von Gold und Silber bekannte Bergdorf Banská Štiavnica war nämlich absolut sehenswert. Viele kleine schöne Gassen führten in verschiedene Richtungen mal mehr, mal weniger steil durchs Dorf. Doch das Highlight stand uns noch bevor. Die Besichtigung des inzwischen stillgelegten Bartolomej Stollen, welcher noch lange in Betrieb war. (bis ins 20. Jahrhundert) Ausgerüstet mit Regenmantel und Bauhelm gings in die Tiefen der Mine. Das Schlendern durch die mal breiteren, mal schmäleren Minengänge war beeindruckend. Wir konnten uns lebhaft vorstellen, wie hart die Arbeit im Untergrund wohl gewesen sein muss. Im Verlauf der Jahre entwickelten sich zwar die Werkzeuge immer besser, die streng körperliche Arbeit im Engen und Dunkeln blieb aber unverändert. 

Am nächsten Tag führte unsere Route immer näher zur ungarischen Grenze. Die wunderbaren Herbstwälder baten sich richtig an, um wildzuzelten. So fanden wir am Abend einen schönen Spot am Waldrand, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Soweit ganz ungestört, bis auf den einen Moment am Morgen, wo plötzlich ein Jäger aus dem Wald spazierte und uns freundlich fragte, ob alles in Ordnung sei bei uns. Gemütlich packten wir wieder alles zusammen und genossen den Tag bei viel Sonnenschein und hügeligem Auf und Ab. Natürlich durfte eine perfekt gelegene Kaffeepause für das erste Skirennen der Saison nicht fehlen. Am Abend erreichten wir schon bei stark fortgeschrittener Dämmerung (es war erst 17:00 Uhr, aber daran müssen wir uns wohl gewöhnen) einen schönen Angelsee, wo wir es ebenfalls wagten, unser Zelt aufzuschlagen. Dies war auch schon unsere 1. Nacht in Ungarn, denn der Grenzübergang Slowakei-Ungarn war so unspektakulär, dass wir ihn sogar fast vergessen zu erwähnen. ;) Nun sind wir gespannt, was wir in Ungarn alles erleben werden. 

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