Südpolen

Schon seit einigen Tagen freuen wir uns nun schon darauf endlich weiterzufahren. Auch wenn wir zwar die Vorteile des Stadtlebens ausgiebig genossen hatten, konnten wir es kaum erwarten wieder in der Natur zu sein und weiter zu radeln. Je weiter wir in Richtung Slowakei fuhren desto hügeliger wurde es und um so mehr merkten wir, wie sehr wir eigentlich die Berge vermisst haben. Während durch die Höhenmeter das Radfahren deutlich strenger wurde, veränderte sich die Landschaft dafür stetig. Wir genossen die herrlichen Ausblicke und die herbstlichen Wälder sehr und freuten uns auf die bevorstehende Nacht im Zelt. In Polen ist Wildzelten grundsätzlich untersagt, jedoch gibt es einige Waldabschnitte in denen es sogar ausdrücklich erlaubt ist. In einem solchen verbrachten wir dann auch die kalte, verregnete Nacht neben einem angenehm plätscherndem Bach bevor wir im vom Nebel bedeckten Tal wieder weiterzogen. 

Das Wetter war diese Tage so richtig herbstlich. Viele Wolken, wenig Sonne und immer mal wieder nass. Trotzdem fanden wir viel Spass daran die steilen Aufstiege und die rasanten Abfahrten zu befahren, die wir bisher so lange vermisst hatten. Zur Belohnung gab es trotz des eher tristen Wetters auch immer mal wieder einen tollen Ausblick zum geniessen, was wir natürlich noch so gerne machten. 

Unweit der Grenze suchten wir ein weiteres Mal ein Waldgebiet zum Zelten auf. Diesmal war das Gebiet ziemlich verwachsen und wir mussten quasi direkt neben einem Wohnquartier, zwischen Unterstand und dichtem Wald, unser Lager aufschlagen. Eigentlich fühlten wir uns sehr wohl und wir schliefen wunderbar bis wir jedoch um vier Uhr morgens unangenehm geweckt wurden. Direkt neben unserem Zelt rannte ein Hund vorbei und bellte unweit unseres Schlafgemachs das ganze Quartier wach. Der Hund machte uns sicher etwa eine Stunde zu schaffen bevor wir wieder beruhigt einschlafen konnten. Ziemlich einschüchternd…


Als wir am nächsten Tag die letzten dutzend Kilometer vor der Grenze in Angriff nahmen, wurde es leider nicht unbedingt besser mit den vierbeinigen Begegnungen. Einmal lauerten uns in einem kleinen Weiler gleich sechs Hunde auf und kurze Zeit später mussten wir von einigen Wilden, welche die Schafsherde schützten, fliehen. Nichtsdestotrotz genossen wir die immer schöner werdenden Ausblicke mit den herbstlichen Farben und freuten uns auf das näher kommende Tatra-Gebirge in der Slowakei.  

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