Krakau

Nach einer angenehmen Zugfahrt freuten wir uns auf einige Tage in Krakau. Wir hatten schon viel positives über die heimliche Hauptstadt Polens gehört und dementsprechend waren unsere Erwartungen hoch. Die Altstadt war ziemlich gross und sehr schön. Im Gegensatzt zu den anderen polnischen Städten in denen wir bereits waren wurde Krakau im zweiten Weltkreg nicht zerstört. Das Gefühl in einer Stadt ist schon etwas anders, wenn alle Häuser original sind und jeder Stein seine eigene Geschichte hat. Schon am ersten Abend merkten wir jedoch, dass dies nicht nur uns interessierte, denn in der Stadt waren extrem viele Touristen. Dies hatten wir schon bei der Suche nach einer passenden Unterkunft gemerkt, denn wir fanden es noch nie so schwierig etwas Passendes zu finden. Auch passierte es zum ersten Mal auf unserer Reise, dass wir erst im dritten Restaurant einen Platz fanden. Irgendwie war es fast nicht möglich den Touristen zu entkommen.

Am nächsten Morgen stand ein Museumsbesuch auf dem Programm, denn schon am Tag zuvor sind wir in der Altstadt dem vielversprechenden „House of Illusions“ begegnet. Weil dies irgendwie aber nicht so ganz seriös wirkte, hatten wir am Abend zuvor selbstverständlich noch nachgelesen, ob dies wirklich eine gute Sache ist. Die Website war wunderbar, wie auch alle Kommentare und Bewertungen. Kann also nicht schiefgehen oder? Nichtsahnend, dass wir heute das erste und hoffentlich letzte mal in eine richtige Touri-Falle geraten, machten wir uns also auf den Weg zu diesem „House of Illusions“. Schon bald merkten wir jedoch, dass wir hier reingelegt wurden, denn die Attraktionen waren ziemlich billig und alles war etwas schmuddelig. Das 7D Kino zum Beispiel war ein totaler Reinfall, weil einfach nichts so richtig funktionierte ausser, dass es Martina den Magen umdrehte. Wir hatten schon etwas Spass dabei keine Frage, aber es war definitiv nicht das was wir uns vorgestellt hatten. Als wir nach unserem Besuch nochmals etwas rechechierten merkten wir, dass wir im falschen Haus gelandet sind. Wir gingen ins „House of Illusions“ was aber eigentlich nur eine schlechte Fälschung des „Museum of Illusions“ ein paar Strassen weiter ist. Zum Teil die genau gleichen Attraktionen einfach in ziemlich schlecht. Fast so schlecht wie sich Martinas Magen die nächste Stunde anfühlte.

Am späteren Nachmittag machten wir uns auf in Richtung Kazimierz, das historische jüdische Viertel in Krakau. Hier hatten sich viele Juden niedergelassen bevor sie während des zweiten Weltkrieges ins Krakauer Ghetto gebracht wurden. Heute ist das Viertel ein hipper Stadtteil mit vielen Kaffees und coolen Kneipen. Aber auch hier, es gab einfach unglaublich viele Touristen und alles war für unser Gefühl ein bisschen zu sehr auf Umsatz ausgelegt. 

Die nächsten zwei Tage fuhren wir einiges der Stadt mit unseren Fahrrädern ab. Wir besuchten einen alten Grabhügel mit schöner Aussicht und begutachteten das ehemalige Krakauer Ghetto. Wirklich eine schöne und interessante Stadt. Aber der Eindruck, dass die grossen Touristenmengen der Grossstadt nicht guttun, änderte sich über die Tage leider nicht. Nach 10 Tagen in urbanem Stadtgewusel freuen wir uns jetzt umso mehr auf die kommenden Tage wenn wir mit unseren geliebten Drahteseln weiter in Richtung Slowakei radeln dürfen.

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