Schon in den ersten Stunden die wir in Polen verbrachten, hatten wir einige Unterschiede zu den baltischen Ländern bemerkt. Die Strassen waren deutlich von besserer Qualität und der Verkehr war echt angenehm. Viele Schilder und Infotafeln waren auf deutsch angeschrieben und auch die Zeitzone ist wieder dieselbe wie Zuhause. So fuhren wir durch die malerische, leicht hügelige Landschaft und genossen es, den landwirtschaftlichen Hochbetrieb zu beobachten. Die schmalen Nebenstrassen fuhren sich wie Butter und wenn man die Wolken am Horizont in Berge umdenkt, könnte man fast meinen, man tuckert durch die Zentralschweiz.
Als wir am Abend auf einen Campingplatz am See einfuhren, dauerte es nicht lange bis sich der nette Besitzer des Campings zu uns gesellte. Er zeigte uns auf Google Maps im Schnelldurchgang die ganze Region und all ihre Highlights. Voller Stolz und sehr herzlich präsentierte er uns seinen Campingplatz und erzählte, wie viele Gäste er im Sommer jeweils hat. Als wir ihn fragten, ob wir im Wald etwas Holz sammeln dürften, brachte er uns eine riesige Schubkarre voller Feuerholz. Natürlich gratis! Als wir am Abend dann gemütlich am Lagerfeuer sitzen, gesellte sich seine kuschelige Katze zu uns. So konnte Martina ihr Streicheldefizit vom Baltikum schon am ersten Abend ausgleichen… Genial!
Die nächsten zwei Tage fuhren wir bei bestem Wetter durch sehr ländliche Regionen mit weiten Feldern. Uns gefiel diese Landschaft sehr und wir fühlten uns sehr wohl hier in Polen. Je weiter wir Richtung Westen fuhren, desto zahlreicher wurden die vielen Seen und Flüsse. Wir näherten uns also immer mehr dem Zentrum der Mazuren, eine grosse Seenplatte im Nordosten Polens, die im Sommer ein beliebtes Reiseziel ist. Wie wir feststellten ist hier jedoch die Reisezeit schon so ziemlich im Winterschlaf, so auch die Campingplätzte die wir in diesen Nächten aufsuchten. Die Plätze waren eigentlich schon eingewintert, jedoch erlaubten uns die jeweiligen Besitzer trotzdem für eine Nacht zu bleiben. Meistens staunten die Leute nicht schlecht über den Anblick von zwei Schweizerinnen, die dick eingepackt auf dem Drahtesel angerollt kamen und bei eisiger Kälte (inzwischen war es immerhin ca. 3 Grad in der Nacht) im Zelt übernachten wollten.
Nicht schlecht staunte auch eine weitere Katze, die uns den Abend etwas versüsste und uns in der Nacht etwas forderte. Erst fanden wir die Katze ziemlich süss und wir genossen wiedereinmal etwas Gesellschaft am Feuer. Als wir uns dann schlafen legten fand das hyperaktive Büsi jedoch heraus, dass unser Zelt ein super Spielplatz zu sein scheint. Mit ihren Krallen legte sie sich immer wieder mit unserem Innenzelt an, was wir leider weniger lustig fanden. Als sie sich am nächsten Morgen aber zu uns ins Zelt kuschelte, hatten wir uns schnell wieder versöhnt und sie folgte uns daraufhin den ganzen Morgen auf Schritt und Tritt. Nicht eimal beim Toilettengang konnte sie von uns abweichen ;)
Als nächstes stand eine etwas längere Fahrt zu einem Campingplatz in den Hauptmazuren an. Er wurde uns von einem älteren deutschen Paar empfohlen, denn man kann von dort aus schöne Kajaktouren auf dem Fluss unternehmen. Nach einer mühsamen Fahrt, die andauerte bis es dunkel und kalt wurde, kamen wir dann endlich auf dem Platz an. Nach einer kalten Nacht freuten wir uns umso mehr um am nächsten Tag in Fluss zu stechen. Nach kurzem Angewöhnen und ein paar Drehungen später waren wir ein echt gutes Team und wir flitzten nur so den Fluss entlang. Wir genossen die schöne Natur und die absolute Ruhe auf dem Gewässer. Auch ein kaltes Plättli auf dem Wasser liessen wir uns natürlich nicht nehmen. Ein komplettes Kontrastprogramm zu den befahrenen Strassen vom Vortag, was uns sehr zusagte.
Als wir am Abend in einem Restaurant im Nachbarsdorf etwas essen gehen wollten, mussten wir feststellen, dass die Winterpause hier auch schon präsent ist. Das Dorf wird fast nur touristisch genutzt und von den sieben Restaurants hatten alle schon dicht gemacht. Im Sommer voller Touristen und Ende September abgesehen von ein paar härzigen Büsis fast ein Geisterdorf… wir wussten nicht dass es dies in Polen so gibt.
Am nächsten (Nachmit)Tag machen wir uns auf um weiter Richtung Danzig zu kommen. Wir übernachteten diesmal in einem Wald-Camping mit einem wiederum sehr härzigen Besitzer. Am Lagerfeuer gönnten wir uns spätabends noch so richtig feine Schoggibananen. In der kalten Nacht freuten wir uns dann insgeheim aber schon ein bisschen auf den kommenden Tag, denn eine Nacht im AirBnb wartete wiedereinmal auf uns.











































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Franky (Mittwoch, 22 Oktober 2025 13:56)
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