Vilnius

Die langersehnte und bereits viel gutes darüber gehörte Stadt war nun für die nächsten Tage unser Zuhause. Zur Feier des Tages gingen wir gleich in einer leckeren und sehr familiären Pizzeria in der Nähe unserer Unterkunft essen und fielen anschliessend glücklich und zufrieden in unser weiches Bett. Voller Vorfreude ging es am nächsten Tag auf Entdeckungstour durch Vilnius. Doch das zuerst auf getrennten Wegen, da Mattia seinen Drahtesel in die Werkstatt bringen musste und Martina diese Chance nutze, mal wieder etwas „Lädele“ zu gehen. Unser gemeinamer Treffpunkt war dann kurz vor dem Künstlerviertel Uzupis. Dieser Stadtteil wird bis heute als „Republik“ bezeichnet, wo aber heutzutage nur noch sinnbildlich von der Verfassung mit den besonderen Regeln erzählt wird. Ein Punkt der Verfassung gefiel besonders Martina, denn dieser lautete: Jeder Mensch hat das Recht eine Katze zu lieben und für sie zu sorgen. 

Am nächsten Tag stand ein Gefängnisbesuch auf dem Programm. Das Lukiskes Gefängnis mitten in Stadtzentrum (paradoxerweise neben einer Primarschule platziert…) hat eine düstere, aber sehr spannende Vergangenheit. Das 1904 eingeweihte Gefängnis wurde über Jahre abwechlungsweise unter sowjetischer oder deutscher Besetzung geführt und auch die Gefangenen waren einmal mehr Juden, polnische Aktivisten oder „Andersdenkende“. Die Führung mit unserem Tourguide brachte uns an viele versteckte Orte in den Tiefen des grossen Gefägniskomplexes. Wir sahen Aussenzellen für Kurzaufenthalte an der frischen Luft, eine farbenfrohe Kapelle im Innern, sehr kleine Innenzellen für lebenslange Haft meist 2-er Zellen und ganz unten im Keller die düsteren Todesstrafe-Zellen. Die letzte Todesstrafe wurde dort nämlich noch 1994 erbracht und bis 2019 war dieses inzwischen doch sehr in die Jahre gekommene und gefürchtete Gefängnis mit den letzten Insassen noch in Betrieb. Seit der Schliessung im Jahre 2019 dient es nun nebst Führungen als kulturell genutzter Ort mit Konzerten und Openairkinokulisse. 

An unserem letzten Tag in Vilnius spazierten wir hoch zum Festungsturm Gediminas und genossen da die schöne Aussicht über die ganze Stadt und besuchten das dortige Museum. Und dann war es auch schon so weit und nach 4 Tagen hiess es leider wieder Abschied nehmen von dieser tollen, jugendlich und lebendigen Stadt. Vilnius- du hast unsere Herzen mit deinen tollen Cafés, farbigen Gassen, wunderschönen Kirchen, historischen Gebäuden und freundlichen Menschen im Sturm erobert. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Jrena (Sonntag, 05 Oktober 2025 13:59)

    Hoi zäme ihr schreibt so erfrischend. Ich freue mich immer wieder zu lesen was ihr erlebt habt. Super cool. Geniesst es. Liebe Grüsse aus Lugano Jrena