Riga

Es ist immer wieder schön wie fest man sich nach ein paar Tagen im Zelt wieder auf ein trockenes Zimmr freuen kann. Bevor wir dieses beziehen konnten, mussten wir jedoch erstmal das beste Kaffee der Stadt ausfindig machen. Im AirBnb angekommen hiess es dann wie immer erstmal Haushalt erledigen. Das heisst kleider waschen, alles auslüften und aufhängen, sodass auch das ganze Zimmer aussieht wie in einem Messi-Haushalt. Als der Trockner dann spontan entschied, dass er etwa 3 Stunden länger bräuche, mussten wir halt mit irgendwelchen zusammengekratzten Restklamotten zum Italiener von nebenan gehen. 

Am nächsten Tag, mit neuen und gutriechenden Kleidern, stand die Free-Walking-Tour durch die Altstadt von Riga an. Unser Guide erzählte uns interessante Facts über Riga und ihre Altstadt, gab uns Tipps zum essen und zeigte uns, wo es die beste Aussicht über die Stadt gibt. Wir waren beeindruckt von den schönen Kirchen, den alten Gebäuden und Gassen der Altstadt. Es tat uns gut nach ein paar Tagen in einer eher etwas tristeren Umgebung (abgesehen vom Strand naürlich) wieder ein bisschen mehr fröhliche Leute um uns zu haben. Wobei man sagen muss, dass die Letten zum Teil ziemlich miesepetrig sein können. Wenn man z.B. etwas einkaufen geht, wird man von den Kassierenden zum Teil angeschaut als hätte die Stadt seit sieben Jahren keine Sonne mehr gesehen. Man versicherte uns aber, dass dies total normal sei und es nicht an uns liege ;)

Ein Grund dass hier die Grundstimmung (aus unserer Sicht zumindest) eher etwas mies ist, könnte mit der Vergangenheit von Lettland zusammenhängen. Wie im ganzen Baltikum sind auch in Lettland viele schreckliche Dinge passiert. Am Nachmittag verbrachten wir einige Stunden im Okkupationsmuseum und erfuhren etwas genauer, wie grausam der Sowjet aber auch die Nazis mit den Menschen hier umgegangen sind. Irgendwie auch verständlich, dass man da auch mal eine schlechte Miene hat, gerade wenn man an die aktuelle Weltlage mit dem mächtigen Nachbarn denkt. Etwas heruntergezogen von der Stimmung im Museum, kam uns am Abend ein Besuch im Mittelalterrestaurant (Danke Norina) also gerade gelegen. 

Schon am Vorabend hatten wir eine weitere Nacht in einem anderem AirBnb gebucht. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass wir noch nicht so richtig ausgeruht waren und dass wir noch zu wenig von der Stadt gesehen hatten. Nach einem härzigen Zwischenstop in einem Blumengeschäft mit drei Katzen (da musste Martina einfach rein) machten wir uns also auf um die Neustadt von Riga zu erkunden. Bei einem langen Spaziergang durch die Stadt bestaunten wir schöne Gebäude und ausgefallene Wandbilder. Es freute uns den Menschen zuzuschauen wie sie hier so lebten. Schlussendlich fanden wir uns bei den grossen Markthallen wieder und deckten uns ein, um im AirBnb die gute Küche zu nutzen. Zum Znacht machten wir uns dann ein richtiges Festmahl mit Randenburger und allem was dazugehört. 

Auch am nächsten Morgen wussten wir die Küche gut zu nutzten und wir verwöhnten uns mit einem nahrhaften Brunch. Endlich wieder einmal Brousi… man weiss nie, wann es die nächste gibt! Nach einem weiteren Besuch im Kaffee unseres Vertrauens machten wir uns erholt und gestärkt auf in Richtung Vilnius. Wir haben es so richtig genossen und können euch die Stadt nur weiterempfehlen. 

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