Entspannt wie noch nie auf dieser Reise, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Insel namens Muhu. Dabei achteten wir besonders auf die prächtigen Estland Flaggen die an diesem Tag auf vielen Grundstücken wehten. Wie unser netter AirBnb Host Rasko erzählte, fand an diesem Tag der 35-Jährige Unabhängigkeitstag der baltischen Staaten statt. Die Strasse von Saaremaa nach Muhu führte über einen langen, sehr windigen Damm. In der Hauptgemeinde Liiva fanden wir einen kleinen Campingplatz mit einem netten Besitzerpaar, der zwar nicht sonderlich viel zu bieten hatte, dafür aber sehr günstig war.
Am nächsten Tag machten wir uns auf zu den ominösen Muhu-Days. Irgendwo, in irgendeinem Heft hatten wir einmal davon gelesen. Alle die wir bisher gefragt hatten wussten aber nichts davon. Ein Anzeichen dafür, dass dies nicht für Touristen organisiert ist. Nichts wie hin, dachten wir uns also. Da angekommen merkten wir dass es sich um eine Gewerbsmesse handelt. Mini-LuGa a la Muhu quasi…
Nach dem bestaunen von vielerlei Handwerkskünsten, wurden wir an einem Stand dazu aufgefordert uns im Keramikmalen zu versuchen. Wir plauderten mit symphatischen Inselbewohnenden die allesamt nicht schlecht über unsere Malkünste staunten. Das tatsächlich gar nicht so übel gewordene Kunstwerk schenkten wir der Standesältesten Margret. Ihre Reaktion darauf war so herzerwärmend, sodass wir sehr geschmeichelt waren.
Auf einem Plakat sahen wir Werbung für eine Busfahrt, die am nächsten Tag im Rahmen der Muhu-Days stattfinden sollte. Leider fanden wir keine genaueren Informationen darüber und fragten daraufhin in einer Schneiderei (jep, richtig gehört) nach Rat. Die Schneidermeisterin aktivierte daraufhin ihr ganzes Netzwerk. Sie telefonierte sich einmal durch das ganze Dorf bis sie für uns Abfahrtszeit und Ort rechechiert hatte.
Etwas aufgeregt machten wir uns am nächsten Tag also auf zum Treffpunkt. Stellt euch mal vor, der Kirchenchor Ettiswil-Süd macht einen Vereinsausflug. Es stellen sich zwei Estländische Touristen dazu, die kein Wort verstehen und erstmal nur etwas komisch angeschaut werden. Ungefähr so fühlte sich das an… ;)
Schon bald stellte sich eine ältere Dame als persönliche Dolmetscherin zu Diensten. Sie übersetzte uns alles, und damit meinen wir wirklich einfach jedes Wort, auf Englisch. So eifrig, dass es uns anfangs fast ein wenig unangenehm war. Wir wollten ja nicht die einheimischen Inselbewohnenden nerven.
Die Busfahrt führte über die ganze Nordinsel an verschiedensten Sehenswürdigkeiten vorbei. Von alten Dörfern, über Brunnen bis Kunstsiedlungen war alles dabei. Währenddessen waren wir stark beeindruckt vom Redefluss der drei Organisatorinnen. Ununterbrochen, egal ob fahrend im Bus oder bei einem Stopp, tratschten sie fröhlich vor sich hin. So auch unsere persönliche Dolmetscherin, die nach den 5 Stunden wie auch wir, fix und fertig war. Nichtsdestotrotz lernten wir sehr viel über die Insel, im besonderen über die oft grausame Sowjet- und Kriegszeit.
Wie stolz die Inselbewohnenden auf Ihr Daheim sind, bekamen wir auch am nächsten Tag auf dem Weg zur Fähre zu spüren. In einem kleinen Museum, welches uns auf der Tour empfohlen wurde, machten wir einen lohnenswerten Zwischenstopp. Die Besitzerin empfang uns herzlich und berichtete uns voller Stolz von den vielen handgemachten Stickarbeiten. Zum Teil Kleider, die über Generationen weitergegeben wurden. Meistens findet man darauf übrigens eine Erdbeere, das inoffizielle Symbol Muhus.





















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