Juhui, die erste der 3 vor uns liegenden Inseln steht auf dem Programm. Auch diese Überfahrt mit der Fähre hat unkompliziert geklappt und ist für Veloreisende auch sehr budget sparend. Kurz nach dem Hafen entdeckten wir ein unspektakuläres Wegzeichen mit einem Velofahrenden drauf, welches nicht die Euroveloroute darstellen kann. Mit Hilfe von Googeln kamen wir zur Kentniss, das erst seit Juli ein neuer Veloweg entlang der Küste, verbunden mit bereits bestehenden Wanderwegen, entstanden ist. Perfekt wie für uns gemacht. Der tolle Weg führte uns entlang von schönen Weiten mit viel Landwirtschaft und den Infotäfeli entnehmend, sehr rarem Boden namens Alvare. Typisch für diese Wiesen ist der Kalkuntergrund und eine sehr dünne Bodenschicht, wo Bäume und Sträucher fast fehlen. Diese Schicht kann nur bis 20cm tief sein, teilweise aber auch ganz fehlen und somit kann Pflanzenwuchs nur in Felsenspalten und kleinen Vertiefungen vorkommen.
So bestaunten wir beim Vorbeifahren die schönen Windmühlen, verschiedene bereits wieder bewachsene Ruinen von ehemaligen Hofgebäuden und auch der Flughafen für Kleinflugzeuge vom Festland her durfte nicht fehlen. Der Weg führte uns schliesslich zu einem weiteren tollen, doch sehr beschäftigten RMK Platz direkt an der Küste. Doch wir hatten Glück, ein kleines Plätzchen direkt am Meer mit Zugang zu einem quasi Privatstrandabschnitt, konnten wir uns ergattern. Wir genossen einen Schwumm im Meer mit anschliessender Katzenwäsche und beim Abendessen kochen den Blick auf den Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen gestärkt durch einen leckeren Bialetti-Kaffee (neu in einem wunderbaren, frischgekauften Kaffeesäckli verstaut), einem fruchigen Porridge und tatsächlich einem 3-Minuten Ei ging unsere Inselerkundung weiter.
Auf dem Weg hiess es das erste Mal „Benzin zapfen unterwegs“. An der nächsten Tankstelle klappte dies ganz gut (es braucht tatsächlich nicht viel für diese kleine Kocher-Benzinflasche, sonst gibt es noch eine ungewollte Fontäne…) und auch unsere Essensvorräte wurden wieder aufgestockt im daneben liegenden Coop. Ganz zu unserer Freude entdeckten wir nach dem Einkauf (ja das kann bei uns gut 1 Stunde dauern mit allem Begutachten) einen perfekten Platz für ein Mittagsschläfchen, nämlich gemütliche Hängematten inmitten eines Parkes. Gestärkt durch ein kleines Resten-Zmittag ging der noch bevorstehende Weg zum nächsten RMK Platz schnell vorbei. Dort angekommen machten wir schon bald ein Feuer, um unsere eingekauften Chääswürstli (ein Glückskauf) zu grillieren. Ganz zu unserer Freude machten wir gegen den späteren Abend noch eine ganz nette Bekanntschaft mit zwei weiteren Fahrradreisenden, nämlich Markus und Sandra aus Österreich in der Nähe von Wien. Auch sie waren ebenfalls hungrig und so teilten wir uns den Tisch und die Feuerstelle und kamen fleissig ins Gespräch. Wir durften sogar von ihrem leckeren Knobli-Brot schnausen und ein (vielleicht sogar mehrere) Glas Wein schlürfen. Wir verstanden uns prächtig und freuten uns schon auf den nächsten Tag mit wieder gemeinsam Kochen und Quatschen. Dies passierte dann auch genau so und wir waren erstaunt, wie viel man sich in 4,5 Stunden so alles erzählen kann.
Unseren bevorstehenden Pausentag gestalteten wir uns mit Schlendern am Strand und dabei achtsam die vielen angeschwemmten Steine und Muscheln auf Versteinerungen zu untersuchen. Nach exakt 1324 gekehrten Steinen hatten wir eine kleine Ausbeute an verschiedenen alteingesessenen Schnecken und Muscheln gefunden und waren schon ein wenig Stolz auf unsere archäologischen Funde.
Nach einer windigen Nacht machten wir uns auf den Weg in Richtung des von anderen Leuten viel erwähnten Leuchtturms. Der weitsichtige Koloss, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat, fanden wir sehr interessant. Wir amüsierten uns aber genau so sehr an der polnischen Reisegruppe, die sich gerade auf machte, um den Leuchtturm mit seiner engen und steilen Treppe zu erklimmen. Offensichtlich kamen die genannten Vorzeigetouristen nicht aus einer bergigen Region. Sie keuchten wie ein altes Kamel als sie oben ankamen und drängten die anderen Leute in die Wände der Wendeltreppe wie ein Walross, als sie wieder nach unten manövrierten. Danach fing das grosse Mitfiebern an, ob wohl alle den Car noch erwischen werden. Niemals in solch einer Gruppe reisen, sagten wir uns!
Froh darüber, diesen hektischen Ort hinter uns zu lassen, düsten wir vorbei an schönen Kirchen, härzigen Bushüsli und viel Wald Richtung Süden. Von dort aus brachte uns die Fähre auf die nächste Insel.



































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Jrena (Samstag, 06 September 2025 14:35)
Sehr erfrischend euren Text mit so vielen Adjektiven und toll gewählten Wörtern die immer wieder ein Schmunzeln bei mir auslösen. Vielleicht solltet ihr ein Buch verlegen..... ganz super toll. Liebe Grüsse Jrena