Nach einer sehr schönen aber langen, windlastigen Fahrt nach Oristano freuten wir uns sehr auf unsere Unterkunft in Oristano. Etwas runterkommen von den ereignissreichen Tagen tut uns sicher gut. Obwohl unser Gastgeber ein ziemlich komischer Kauz war, fühlten wir uns in der Unterkunft ziemlich wohl. Auch der Stadtkern von Oristano war sehr süss, jedoch ziemlich übersichtlich. So hatten wir schnell alles gesehen und wir konnten uns schon bald den wichtigen Dingen, wie z.B. Tee trinken und Spiele machen widmen. Natürlich gab es auch andere wichtige Dinge zu erledigen wie die beste Carbonara und das beste Tiramisu der Stadt zu testen. So vergingen die entspannten Tage in der Stadt wie im Flug und wir waren schon bald wieder bereit um in Richtung Küste aufzubrechen.
Wir freuten uns richtig auf die kommende Etappe, denn im Gegensatz zu allen anderen Strecken die wir in Sardinien bisher gefahren sind, war sie flach wie eine Pizza. So kamen wir schnell voran und wir genossen das sonnige Wetter in vollen Zügen. Am Mittag machten wir eine Pause an einem wunderschönen, menschenleeren Strand. Das kristallklare Wasser lockte uns so sehr, dass wir sogar einen Sprung ins kalte Nass wagten. Entspannt folgten wir der schönen Küstenlandschaft mit den Traumstränden die hier für ihre kleinen, geschliffenen Quarzsteine in den schönsten Farben bekannt sind. Wir konnten es natürlich nicht lassen ein paar der schönsten Exemplare einzupacken. So bahnte sich unser Weg vorbei an Mückenschwärmen und Schafherden bis wir schliesslich ein ruhiges Plätzchen zwischen den Sträuchen entdeckten. Als wir bei eingebrochener Dunkelheit gemütlich ein Linsencurry köchelten, schauten uns plötzlich zwei leuchtende Augen aus der Ferne an. Wir waren wohl nicht die einzigen die diesen Platz als einen angenehmen Schlafort empfanden. Da war er also, Edgar unser vierbeiniger Beschützer für die heutige Nacht. Nach einigen Kuscheleinheiten verstanden wir uns prächtig und wir wussten, dass wir uns für die nächsten Stunden vor nichts fürchten müssen. Als wir nach einer ruhigen Nacht einen Blick aus dem Zelt wagten merkten wir, dass sogar noch ein zweiter Hund neben unserem Zelt übernachtet hatte. An ein paar Kuscheleinheiten nach dem Aufstehen könnte man sich schon fast gewöhnen :)
Die morgige Route führte uns über einen abenteuerlichen Weg vorbei an einer wunderschönen Steilküste. Die Klippen sind zwar nicht sehr hoch, dafür aber um so wilder. Als wir am Mittag in einem kleinen Touriörtchen ankamen, mussten wir dann leider feststellen, dass der kleine Einkaufsladen zur Zeit gar nicht geöffnet hat. So bleibt uns wohl nichts anderes übrig als den Nachmittag mit ein paar Nüssen und Chips zu überbrücken. Mit einem grösser werdenden Loch im Bauch suchten wir uns einen Weg durch einen geschützten Wald. Dieser war in unseren Augen aber vorallem geschützt, damit keine Leute durch den Golfplatz und die Ferienanlagen die sich im Wald befinden stapfen. Erst versuchten wir den Golfplatz zu umfahren. Als wir aber immer öfters im Sand stecken blieben, fuhren wir schliesslich einfach neben den Barrieren durch und hofften, dass uns auf dem Golfplatz niemand sehen wird. Als wir gegen fünf Uhr das nächste Dorf erreichten, gab es erst einmal eine fette Portion Pasta. Während dem Sonnenuntergang suchten wir einen geeigneten Schlafplatz und bestaunten dabei die schöne Küste mit dem "Walfelsen" und dem natürlich geformten Tunnel. Als wir bei bereits eingebrochener Dunkelheit unser Zelt aufstellen wollten dann der Schock: unsere Zeltstange ist gebrochen! Schon gestern hatten wir einen kleinen Riss entdeckt. Aber dass sie so schnell durchbricht, dachten wir ehrlich gesagt nicht. Weil für die Nacht kein Wind angesagt war, entschieden wir uns dazu die Stange erst morgen zu flicken und eine Nacht im ziemlich deformierten Zelt zu schlafen. Fast ein bisschen Festivalfeeling ;)
Am nächsten Morgen versuchten wir während dem Zmorge also unsere Stange mithilfe von Heringen und Kabelbinder zu stabilisieren. Wie wir feststellten funktionierte das ziemlich gut, danke Youtube!! ;)
Weil Mattias Laune an diesem Morgen irgendwie nicht so blendend war wie sonst, entschieden wir uns dazu den bevorstehenden Anstieg auf ungefähr 600 m ü. M. getrennt zu fahren. Normalerweise fahren wir nie mit grossem Abstand, aber irgendwie tat es gut wenn wir mal beide unser eigenes Tempo fahren konnten. Wieder vereint, genossen wir oben angekommen die schöne Aussicht über die hügelige Landschaft und freuten uns auf eine flitzige Abfahrt. Am späteren Nachmittag fuhren wir im kleinen Dorf "Modolo" ein, um einen potenziellen Schlafplatz neben einer Kirche anzuschauen. Der Platz war sehr schön, aber auch sehr ausgestellt und man konnte uns sehr gut sehen. Erstmal abwarten und ein Risotto köcheln, dann merken wir bald ob wir uns wohl fühlen oder nicht. Immer wieder zottelten ein paar Schafe vorbei die der moderne Schafsbauer auf seinem Sportwagen von der Weide in den Stall trieb. Auch ein Geissbock und die Herdenhunde gesellten sich ganz zu unserer Freude im Sonnenuntergang zu uns. Als dann der Bauer etwas später beim Brunnen etwas Wasser holte, fragten wir ihn ob es wohl okay ist hier zu schlafen. Er vermittelte uns direkt mit einer netten Frau die aus Belgien kommt und ihm bei der Arbeit zu helfen schien. Sie zeigten uns in der Nähe ein Grundstück mit vielen Olivenbäumen, welches sie offenbar kürzlich erworben hatte. Den Schlüssel für das Tor hat sie aber noch nicht bekommen, weshalb wir mitsamt unseren Fahrrädern über die Mauern klettern mussten. So verbrachten wir eine sichere Nacht, umgeben von Steinmauern und Olivenbäumen. Bevor wir am nächsten Morgen weiter nach "Bosa" fuhren, nutzten wir den vorhandenen Brunnen um uns zu waschen und flickten die Zeltstange erneut, da sie in der Nacht der Spannung leider nicht ganz standgehalten hatte. Nach dem Upgrade mit all unseren Kabelbindern sind wir aber zuversichtlich, dass die Stange in der nächsten Nacht halten wird! :)































































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