Nach der auferzwungenen Pause in Ulcinj waren wir froh, dass es endlich weiter ging. Das kleine, zweitägige Wetterfenster wollten wir nutzen, um die 150 km nach Tirana
zurückzulegen, denn danach ist wieder strömender Regen angesagt. Das einzige was uns noch etwas Sorgen machte, waren die Überschwemmungen die es in der Umgebung gegeben hatte. Anscheinend sei das
hier in der Region ein gängiges Problem, denn in diesem Jahr sind es schon die dritten Fluten innerhalb eines Jahres. Es wird zu wenig für den Hochwasserschutz gemacht und der viele Abfall
verstopft die Abwassersysteme sagte man uns. Bei einigen Strassen waren wir uns bis am Schluss nicht so sicher ob wir durchkommen werden. Wir fuhren an unzähligen überschwemmten Feldern vorbei
und überquerten diverse Brücken die wohl in der Schweiz schon längst gesperrt wären. Überall kamen wir aber durch und wir erreichten unversehrt die Stadt "Lezha" in der wir ein billiges
Apartement zur Übernachtung fanden.
Der Inhaber des Apartements empfahl uns ein traditionelles Restaurant, welches wir natürlich testen mussten. Zu verlockend sind die hiesigen Preise, denn für 2000 Lek (20 Euro) kommt man hier für zwei Personen (inkl. Getränk) locker durch.
So bestellte sich Mattia eine Fleischsuppe und Martina gönnte sich auf Empfehlung des Kellners das Menu "grilled mixed vegetables". Schon den ganzen Abend hat sich Martina auf Gemüse gefreut, denn so langsam aber sicher habe sie die Schnauze voll von Ćevapčići und Sucuk, gab sie Mattia zu verstehen. Der konnte sich fast nicht mehr auf dem Stuhl halten als der Kellner einige Minuten später mit einem gut bestückten Fleischteller wieder auftauchte. Jäno, dann musste halt Mattia wieder einmal die Resten aufessen. Als wir dann nach dem Essen den Kellner auf den kleinen aber feinen Fehler auf der übersetzten Speisekarte aufmerksam machten, konnte auch der sich vor lachen fast nicht mehr halten.
Weiter ging es am nächsten Tag den verregneten Strassen entlang. Wir wussten nicht genau ob es am trostlosen Wetter, den überschwemmten Feldern oder an dem vielem Abfall lag. Aber so richtig warm wurden wir mit diesem Teil Albaniens nicht. Überall wurde Abfall verbrannt und bei jedem Fluss an dem man vorbeifuhr sah man fast mehr Plastik als Wasser. Die Leute aber waren alle sehr nett zu uns. Als bei Martinas Hinterrad plötzlich die Luft rausging suchten wir uns ein trockenes Plätzchen um den Schlauch zu wechseln. Sofort kam der Besitzter eines Kaffees auf uns zu und sagte wir sollen uns zwischen seine Tische stellen. Während Martina den Schlauch wechselte trank Mattia kräftig Espresso und schon bald ging es weiter in Richtung Tirana. Wir haben schon sehr viel schlechtes über den Verkehr der Stadt gehört und waren etwas nervös wie es wohl werden wird.
Etwas vor der Stadt waren tatsächlich einige eintönige Strassen mit viel Verkehr dabei. Sobald wir aber in die Stadt einfuhren und so richtig im Verkehrstrubel versunken fanden wir schon fast Spass daran uns zwischen den Autos durchzuschlängeln. Obwohl es manchmal scheint als gäbe es keine Regeln, fühlten wir uns ziemlich sicher. Dies vorallem auch weil der Verkehr so dicht war, dass die Autos kaum Geschwindigkeit hatten. Man musste einfach mutig und klar Anzeigen wo man durchfährt und nichts konnte passieren. :)
So kamen wir noch vor Sonnenuntergang in unserem Hostel für die nächsten Tage im Stadtzentrum an.





















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Pia (Donnerstag, 22 Januar 2026 05:58)
Hoi zäme, während ich das Buch am Lesen war von '5000 Kilometer, 11 Monate und 12 Ländern' (CH- Jerusalen zu Fuss / 2018) habe ich soooo viel an euch gedacht... die fast unglaubliche Gastfreundschaft in den Dörfern, die Schönheit der Natur und dann eben auch Alkohol und Abfall! Die letzteren zwei Sachen ekeln einen an, sagt die Pilgerin!!!
Da erzählt ihr ja auch grad davon und leider ist das auch ein Teil unsere Welt!!! Danke sowieso für turen Bericht und alles Liebe und Gute weiterhin! Shalom!