Kotor

Voller Vorfreude auf Montenegro fuhren wir zum Grenzposten hoch. Von weitem sah man schon 3 Grenzwächter miteinander quatschen und stolz ihren weihnachtlich geschmückten Kaktus (Mandarinen über die Enden der Kakteenspitzen gesteckt)  bewundern. Auch wir bekamen freundlich ein Kompliment für unsere geschmückten Velos. Nach dieser unkomplizierten Grenzüberquerung wartete eine kurze aber aussichtsreiche Abfahrt ins nächste Städtchen Herzeg Novi auf uns. Dort angekommen gönnten wir uns zur Entspannung zuerst mal einen Kaffee mit etwas Süssem in einem härzigen Café, da die engen und zuparkierten Einbahnstrassen und die noch enger anfahrenden Autofahrer unsere Nerven etwas strapazierten. Nun waren wir gestärkt für die nächsten Kilometer bis zur Fähre, welche uns in wenigen Minuten viele Kilometer Meeresbucht umfahren, ersparen wird. Am Fährehafen angekommen begann das Spektakel. Es war richtig reger Betrieb und wir wollten schon unser Ticket kaufen um die nächste Fähre zu erwischen, da winkte uns die Verkäuferin nett durch, es sei gratis für uns. Mit erstaunten Blicken fuhren wir somit auf die Fähre hoch und sahen dem geschäftigen Treiben zu. Insgesamt 6 Fähren verkehren auf diesem wirklich kleinen Abschnitt und fahren ohne wirklichen Fahrplan los, sobald wieder eine gefüllt ist. Wir kamen zackig und sicher am Zielhafen an und freuten uns auf die weniger befahrene Strasse, welche uns in die Bucht von Kotor führen wird. Die Aussicht auf die steilen Felswände der Gebirgszüge um uns herum in Kombination mit dem Meer hat uns in ihren Bann gezogen. Hinter jeder Kurve des nächsten Dörfchens wartete wieder ein neuer toller Ausblick auf uns. So waren die restlichen Kilometer bis Kotor sehr kurzweilig und wir konnten durch das historische Stadttor am Wassergraben in Kotors Altstadt einfahren. 

Einmal mehr war unser Airbnb sehr zentral inmitten der Altstadt. Wie viele Treppen wohl diesmal auf uns warten? So hartnäckig wie in Dubrovnik kann es wohl ja nicht mehr werden ;) Tatsächlich wartete wieder eine schmale, steile Treppe auf uns, die wir aber inzwischen mit Übung und gutem Teamwork meisterten. Unser Airbnb für die Weihnachtstage stellte sich als ganz gemütlich mit schönen Steinwänden und heimeligen Holzbalken heraus. Da es der Abend des 23. Dezember war, planten wir bei einem leckeren Restaurantbesuch (für Mattia gab es sogar Ochsenschwanz!) wie wir den morgigen Tag inklusive Heiligabend organisieren möchten. Auf jeden Fall mal in Ruhe Ausschlafen, dann irgendwo Zmorgen-Zmittag essen, anschliessend grosser Einkauf um genügend Lebensmittel für die Feiertage zu haben und zum Schluss noch einen Abstecher ins Einkaufszentrum zu machen. 

Bei der Planung durfte natürlich ein Glas Wein und eine anschliessende Spielerunde nicht fehlen und dabei begleitete uns sogar das Hausbüsi „Bruno“, welches sich auf Mattias Jacke eingerollt gemütlich gemacht hat. Müde und zufrieden fielen wir an diesem Abend in das warme Bett. 

Gemütlich ausgeschlafen und im türkischen Restaurant reichlich gefrühstückt (inkl. härzigen Hausbüsis) schlenderten wir etwas durch die weihnachtlich geschmückten Gassen der Altstadt und erreichten etwas ausserhalb das Einkaufszentrum. Da war unsere Mission nämlich nebst dem Grosseinkauf auch noch neue Hosen für Mattia zu finden, denn leider alle bisherigen Versuche, sein immer grösser werdendes Loch im Schritt zu flicken, scheiterten. Gar nicht so einfach bei all den Markenkleiderläden etwas passendes und vorallem velotaugliches zu finden. Ein paar schlichte aber bequeme Trainerhosen (ganz passend zum Balkanstil) wurdens dann schlussendlich. 

Nach einer Glühweinpause am fortgeschrittenen Nachmittag kamen wir noch auf orginelle Ideen. Für so wenig Geld wie möglich (am liebsten unter 10.-) gehen wir gestaffelt ein kleines Weihnachtsgeschenk kaufen. Wir wurden beide fündig und freuten uns schon darauf, das Gschänkli noch irgendwie originell einzupacken (Zeitung und eine Brotsack mussten reichen) unter unseren improvisieren Christbaum zu legen. 

Zurück im Airbnb startete unser doch eher ausgefülltes Programm für den Heiligabend. 

Mit weihnachtlicher Trompetenmusik, einem kreativ installiertem Duftkerzchen und dem improvisieren Christbaum stimmten wir uns auf den bevorstenden Abend ein. Ein Highlight des Abends war nämlich unser lang ersehntes schweizer Fondue! In verschiedenen Runden schlugen wir uns die Bäuche mit dem vielen Käse voll :). Denn zwischen den Runden freuten wir uns über einen Videocall nach Hause in die Eschenbacher Stube und anschliessend zum Wichtelauflösen nach Hildisrieden. So schön konnten wir auf diese Art auch ein wenig dabei sein und die familiäre Weihnacht mitgeniessen. Zur späten Stunde ging es dann auch für uns unter die Bettdecke mit einem eher weniger erholsamen Schlaf. (Ob es wohl am vielen Käse im Bauch lag?…) 

Auch der 25. Dezember brachte eine Überraschung mit sich. Auch Lara und Kalle haben es in der zwischenzeit nach Kotor geschafft und wir verabredeten uns bei uns im Airbnb. Ganz zur Freude von Lara, denn wir konnten ihr mit der Mitbenützung unserer warmen Dusche eine kleine Weihnachtsfreude machen. Frisch geduscht, gefrühstückt und motiviert starteten wir zusammen die Mission Festung San Giovanni erkunden. Bis zum ersten Halt der Kirche nahmen wir es ganz gemütlich mit einer kurzen Katzenstreichelpause und einer Plauderrunde mit Jhosef aus Bermuda. Für die nächsten Etappen wurden wir immer zackiger, denn das Erreichen der obersten Spitze lockte uns immer mehr. So kraxelten wir zu Viert hoch, was sich aber auf alle Fälle gelohnt hat. Mit einer prächtigen Weitsicht auf die Bucht von Kotor, den umliegenden Bergen und der Altstadt wurden wir belohnt! Wir verweilten noch bis zu den letzten Sonnenstrahlen und machten uns dann gemütlich auf den Heimweg. 

Zurück im Airbnb knurrten unsere Mägen langsam und wir entschieden uns das Abendessen einfach ein wenig vorzuziehen. Denn wir hatten noch vor eines der mitgebrachten Spiele von Lara, nämlich „Der Kartograph“ kennenzulernen und zu spielen. Ein spassiges Spiel mit Taktik und auch ein wenig Glück :). 

Unterdessen war unsere vorher zubereitete Vanillecreme mit Schoggistücken ausgekühlt und wir schlemmten das Dessert noch genüsslich. So schnell und schön ging der Tag wieder dem Ende zu und Lara und Kalle machten sich wieder zurück zu ihrem Wohnmobil. Schön wars euch beide nochmals zu Treffen!

Unser Abendprogramm war noch unbedingt den Übeltäter von Martinas nächsten Platten zu finden und zu flicken. Dies übernahm Mattia, wo hingegen Martina sich hinter einen längst fälliger Blogeintrag setzte. Den Abend ausklingen liessen wir beim restlichen Rotwein und fielen schon bald ins Land der Träume. 

Am nächsten Morgen hiess es fleissiges Airbnb aufräumen und zusammenpacken. Ciao Kotor, du hast uns die Weihnachtstage versüsst! 

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